Mittwoch, 8. Februar 2012

Craniosacrale Osteopathie/CST/ Babys/Sectio



Frau G. hat nach einer Not-Sectio ihren Sohn David entbunden. Alles kam ganz schnell und völlig überraschend. David hatte schwache Herztöne und die Ärzte im UKBB schlugen einen Kaiserschnitt vor. Störend und aufregend war, dass auf der Entbindungsstation sehr viel neue Zugänge waren und Hecktick herrschte. Diese Unruhe und der Blick auf blutige Schürzen versetzte die Eltern in einen Schock. Nach einer Weile hatten sich die Herztöne wieder eingestellt. Trotzdem  und zur Vorsicht entschied man sich zu diesem starken Eingriff.
Nach der Sectio bekamen die Eltern das Kind kurz zu sehen und es wurden alle Funktionen überprüft. Die Mutter merkte jedoch, dass sie irgendwie wie im Nebel war und gar nicht richtig wahrnehmen konnte, was geschehen ist. Der kleine David entwickelte sich und das Stillen ging gut.


David lag still im Körbchen und hatte nach 6 Wochen schon einen 4-Stunden-Rhythmus beim Trinken. Abends meldete er sich leise mit etwas Schreien. Frau G. spürte wie sie vor dem Wickeltisch stand und mit den Gedanken ganz woanders war. Ihre Feinfühligkeit war beeinträchtigt. Es war für beide Eltern schwer, nach dem Eingriff und dem Schock, den Vater und Mutter erlitten hatten, sich aufzufangen und den kleinen David lieb zu haben. Es lag da ein fremdes Kind vor ihnen. Irgendwie mussten sie sich erst daran gewöhnen. Nach drei Wochen merkten sie, wie ihre Liebe für das Kind erwachte.
Eine liebe Bekannte riet Frau G. in die Praxis zu einer craniosacralen Osteopathin/CST-Therapeutin zu gehen.

Praxis CSO/CST: Frau G. betrat meine Praxis und David schlief fest im Transportkörbli. In einer kurzen Anamnese erfuhr ich wie es dem jungen Paar ergangen ist. Die Mutter schilderte mir sehr gut ihren Zustand, den die Pädiater im Bethesda-Spital Basel an Hand einer Studie wie folgt aufzeigen:

Studie Bethesda-Spital Basel:
Babys haben ein feines Gespür, ob ihre primären Lebensbedürfnisse nach Halt, Körperkontakt und sozialer Eingebundenheit beantwortet werden. Wenn Signale nicht richtig interpretiert werden, entsteht eine Bindungsunsicherheit. Die Trennung von der Mutter bewirkt akut ein Umschalten auf Bindungssuche. Eine sicher Bindung ist nicht nur für die emotionale, sondern auch für die kognitive Entwicklung wichtig. Das beginnt bereits in der Schwangerschaft:
Stress über Überbelastung der Mutter im Geburts-Saal oder in Vorbereitung einer Geburt haben messbare Folgen für die motorische und sprachliche Entwicklung des Kindes. Deshalb müssen wir den kontinuierlichen, lang anhaltenden Hautkontakt also das Kängeruhen fördern - am besten auf dem nackten Körper durch Mutter und Vater - oder im Tragsäckli zusätzlich später. Ein Neugeborenes mit Kleidern produziert weniger Oxytocin, deshalb muss der Hautkontakt auch später durch Wärme, leichtem Druck und Streichelbewegungen aktiviert werden. Das innige Zusammensein von Mutter und Vater helfen dem Kind wiederholte Ruhephasen zu durchleben und den Geburtsstress zu verarbeiten. Der Hautkontakt vermittelte wechselseitige Vorgänge bei Mutter und Kind und die Mutter beginnt, die Sprache des Kindes zu verstehen, indem sie eine primitive Form des Nachsprechens (Babeln)  vornehmen wird.


Physiologischer Hintergrund: Das im Hypothalamus produzierte Nonapeptid Ocytocin ist für die Regulation komplexe sozialer Verhaltensweisen wie Bindung und elterliche Fürsorge verantwortlich. Es wird bei einer Spontangeburt durch die Wehen ausgeschüttet und gefördert, wenn das Kind sofort nach der Geburt auf den nackten Körper von der Mutter gelegt wird.  Oxytocine Neuronen projizieren in Gehirnareale, welche unter anderem für die Bereiche Angststeuerung, Belohnung und soziale Interaktion, Gemütslage und für den Tonus im autonomen Nervensystem mitverantwortlich sind. Infolge der Oxytocin-Ausschüttung (die auch in Gang kommt, wenn die Mutter das Kind sieht, hört und riecht) steigt die Brusttemperatur. Die Mutter beginnt mit dem Kind zu interagieren und zu kommunizieren in vom Form von babeln, sprechen, singen. Sie macht automatisch Töne und Laute des Babys nach, was das Baby in seiner Sprachentwicklung und Vernetzung der Gehirnareale fördert. Es entwickelt Freude und ein Lächeln kommt zurück. Es gähnt und entspannt sich. (Quelle: Windström et al. 1987; Matthiesen et al. 2001; Bystrova et al. 2007). Quelle: Dr. med. Cyril Lüdin, Praxispädiater, Muttenz und Bethesda-Spital Basel

Davids Mutter sprach darüber, dass es ihr schwer fällt, mit dem Baby in Interaktion zu gehen, weil sie Hemmungen hat. Ich habe sie ermutigt, dass wir das zusammen üben werden. Während ich so zu ihr sprach, bekam sie in ihrem Uterus eine gute Reaktion. Frau G. war ganz erstaunt darüber.
Wir haben probiert, mit dem Baby zu sprechen und das Baby hat wohlig gegähnt und seine Mutter aktiviert. Sie bekam Durst und gleichzeitig bekam das Baby Durst und trank aus vollen Zügen. Wir haben das Stillen in Seitlage probiert, damit die Mutter eine neue Variante lernen kann, die es ihr zu Hause ermöglicht, besser zu entspannen. Während diesem Vorgang konnte ich David behandeln und er konnte einen Teil seiner Geburtsanspannung loswerden. Ich gab Frau G. noch Instruktionen für die Entwicklung des Kindes, die sie gerne angenommen hat.

Montag, 23. Januar 2012

Hüft-Beugeschienen/Hüftdysplasie beidseitig, Alina 9. Woche

Frau G. kam in meine Praxis, weil ihr Töchterchen seit Anprobe der Hüft-Beugeschiene am Tag und in der Nacht schreit. Weiterhin hatte Alina einen Nabelbruch. Sie kam als Beckenendlage per Kaiserschnitt auf die Welt. Frau G. war sehr aufgeregt, denn sie spürte, dass Alina grosse Probleme hat, sich an diese Schiene zu gewöhnen.
Die Hüft-Beugeschiene wird bei Hüftdysplasie vom Kinderarzt oder Orthopäden verordnet. Dabei wird vorher der Winkel der Hüfte gemessen und der Reifegrad bestimmt. Diese Hüft-Beugeschienen ohne Beckenfassung beötigen allerdings zur generellen Funktion einen Schultergurt, mit dessen Hilfe die Beine des Kindes in einer relativ ausgeprägten Beugestellung gehalten werden. Aktivere Säuglinge können sich aber durch die Einschränkung der Schulterregion mittels Schultergut beengt fühlen. Sie können durch den Spreizsteg, der sich zwischen den Beinen befindet, schwierig zu tragen und nicht ganz einfach zu halten sein.
Frau G. fühlt sich schuldig, dass Alina dieses Gestell tragen muss und ich begleite Frau G. mit ihren Gedanken und Gefühlen. Sie möchte gerne ihr Kind an der Brust legen und tragen, was jedoch durch das Gestell sehr hinderlich ist.
Bei Betrachtung des Beckens von Alina fällt mir auf, dass die rechte Beckenseite nach oben verzogen ist und das Kind eine Tendenz hat, den Kopf nach links zu fixieren. Ausserdem stelle ich einen Stau in den Nieren fest, die sich kalt anfühlen. Nach Befreiung der Fixierung streckt sich Alina und wird während der Behandlung ruhig.
Ich behandle die Becknorgane/Becken mit CSO/CST. Ich gebe Instruktionen, wie die Mutter das Kind zu Hause lagern darf, damit es nicht einseitig auf dem Rücken liegen muss.
Bei der nächsten Kontrolle beim Kinderarzt wird der Familie mitgeteilt, dass die Hüften in Ordnung seien. Daraufhin wird das Gestell abgelegt und Alina wird auch nicht mehr breit gewickelt. Das Kind schläft nachts wieder ruhiger und der Nabelbruch kann abheilen.
Ich rate der Mutter, eine Zweitmeinung einzuholen. Nach Einholung einer Zweitmeinung vom orthopädischen Kinderarzt UKBB bekommt die Mutter die Empfehlung, das Hüftgestell wieder anzulegen. Sie bekommt einen Schreck, als der Orthopäde mitteilt, dass ihr Kind in einen Gips müsste, wenn die Hüfte nicht in Ordnung kommt.
Alina schreit wieder sehr plötzlich und unvorbereitet und man sieht, dass sie sich nicht richtig bewegen kann und auch nicht gut verdauen in ihrem engen Gestell. Ihre Arme werden durch den Zug der Träger nach unten gedrückt.
3. Sitzung: Grossmutter und Mutter kommen mit Alina in die Praxis. Die Grossmutter sieht, dass Alina leidet. Sie nimmt das Gestell ab und Alina kann sich richtig strecken. Sie geniesst diese Minuten. Wir behandeln mit Craniosacraler Therapie/CSO das Becken und den Körper. Alina wird ruhiger.
Wir finden einen Weg, wie wir Alina Minuten und Stunden der Entspannung gönnen und gleichzeitig die Weisung des Arztes befolgen. Die Mutter wickelt das Kind breit und trägt es nach Aussage professionell im Tragtuch. Sie legt die Beugeschiene an, so dass ein guter Ausgleich und Wechsel erfolgt.
3. Sitzung: Alina ist jetzt 4 Monate. Sie hat sich an die Beugeschiene gewöhnt. Sie kann durch die eingeschränkte Lage auf Grund der Fixierung das Köpfchen in Bauchlage nicht heben. Sie hat einen kleinen Entwicklungs-Rückschritt. Ich zeige Frau G. wie sie ihr Kind in Bauchlage motivieren kann, dass Köpfchen zu heben und gebe ihr Instruktionen zur Haltearbeit am Kind.
Bei diesen Instruktionen stellt Frau G. fest, dass der Oberkörper richtig steif ist und Alina Widerstand gegen die Haltearbeit leistet. Nach kurzen Minuten hebt das Kind jedoch ihr Köpfchen hoch und babelt freudig. Das gibt Frau G. Mut, die Instruktionen 6-8 in kurzen Sequenzen zu Hause durchzuführen. Alina ist richtig gut durchblutet und müde. Sie trinkt anschliessend sehr viel und gut. Entspannt gehen Mutter und Töchterchen nach Hause.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Depressionen nach der Schwangerschaft/Geburt, EEH

Liebe Frau Huggel

Ich war mit meiner Tochter in Ihrer Praxis. Seit meiner Geburt leide ich unter Depressionen. Ich habe Angst mit allem überfordert zu sein. Es kommt dann plötzlich so eine Wut auf, die ich manchmal an meinem Partner auslasse. Ich fühle mich dann so nicht in Kontakt mit mir, dass ich Bedenken habe für mein Büblein eine richtige Mutter zu sein.
Ich habe Sie über das Internet gefunden und gelesen, dass Sie auch traumatisierte Klienten in Ihrer Praxis aufnehmen. Bei der Geburt hat man mir ganz sehr auf den Bauch gedrückt und ich habe seitdem Schmerzen im Rücken und im Nacken. Gerne suche ich sie auf, um diese Beschwerde abzuklären. Eine Verordnung bringe ich Ihnen von meinem Hausarzt mit.
Besten Dank für Ihre schnelle Hilfe.
Mit freundlichen Grüssen

Frau S. aus BL

Sternengucker-Baby, leichte frühkindl. Asymmetrie rechts

Liebe Frau Huggel

Ich habe mein 2. Baby geboren und war schon mit meiner Tochter vor zwei Jahren bei Ihnen. Sie gedeiht in der Zwischenzeit prächtig. Mein Baby ist ein Sternengucker-Kind. Es trinkt sehr gut und hat kräftig zugenommen. Es röchelt etwas beim Trinken und ich habe den Eindruck, dass der Kopf ein wenig nach rechts fixiert und in den Nacken gedrückt ist.
Gerne würde ich einen Termin in Ihrer Praxis vereinbaren.

Liebe Grüsse Frau F.

Schwangerschaftsbegleitung/Craniosacrale Osteopathie/CST bei Rücken- oder Hüftbeschwerden

Liebe Frau Huggel

Ich habe Sie im Internet gefunden. Ich bin über 40 Jahre und möchte meine Schwangerschaft begleiten lassen. Ich habe schon viel über Craniosacrale Osteopathie und CST gehört. Meine Schwägerin hat auch eine Therapeutin in Luzern aufgesucht. Sie schwärmt davon, mit welcher Ruhe sie zur Geburt in das Spital gegangen ist. Gerne nehme ich Ihre Begleitung in Anspruch.
Auf Ihrer Homepage habe ich gelesen, dass Sie viel mit dem Atem arbeiten und ich optimal lerne, wie ich gut mit meinem Baby Kontakt aufnehmen kann. Gerne würde mein Ehemann mitgehen und schauen, was sie uns beibringen können. Ich freue mich über Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüssen

Frau A. aus Basel

Hüftdysplasie (späte Nachreifung der Hüfte), Larissa, 6. Wochen

Breitwickeln

Die Behandlung einer Hüftdysplasie kann durch folgende Methoden erfolgen:

Breitwickeln:

Wie Sie jetzt bereits wissen ist die Hüftdysplasie die „leichteste Hüfterkrankung“.

Wenn eine gering ausgeprägte Hüftdysplasie schon bei der Geburt bzw. kurz danach entdeckt wird, kann diese auch durch das sogenannte „breite Wickeln“ behandelt werden.

Von einigen Hebammen und Kinderärzten wird generell geraten, das Baby breit zu wickeln, da mit dieser „Behandlung“ die Entwicklung der Hüften gefördert wird.


Dieses „breite Wickeln“ kann mit Hilfe eines Handtuches (etwa 15 cm breit gefaltet), das zwischen Body und Strampelanzug eingelegt wird, durchgeführt werden. Auch mit einer zusätzlichen Windel die über der eigentlichen Windel getragen wird, ist dieses „Breitwindeln“ gut möglich.

Quelle: www.kinderhueftdysplasie.de/?Breitwickeln


Traghilfen Babys

Guten Tag Frau Huggel

Hier sende ich Ihnen noch den Link der tollen Traghilfe, welche ich bestens empfehlen kann:

www.marsupiplus.de

Hier kann man diese und andere Tragen für CHF 20.-- zwei Wochen lang testen:

http://www.sonnenkind.ch/Tragen-Unterwegs/Tragehilfen-Testpaket:::2_48.html