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Dienstag, 20. Oktober 2009

Cranio-Baby, Gabriele, frühkindliche Asymmetrie links, Plagiocephalus


Gabriele kommt mit 3 Wochen in meine Praxis. Die Eltern sind aufgeregt, denn der kleine Gabriele schreit viel. Die Mutter gibt rechts und links die Brust, um das Kind zu beruhigen. Dabei strengt sie sich sehr an, so dass sie fast verkrampft. Ich rede sanft mit dem Kind und verschaffe der Mutter Hilfe mit einem Stillkissen. Sie weint und ist sehr gestresst, denn die Geburt war anstrengend. Durch die Schwangerschaft erlitt die Mutter einen Nierenstau, von dem sie sich noch nicht richtig erholt hatte.
Am 16.07. berichtet die Mutter, dass sie im Urlaub war. Gabriele hat ganz viel an der Luft gelegen. Er hat viel weniger geschrien. Es ist an dem Tag heiss u. Gabriele hat kurze Höschen an. Lustig strampeln seine Beine hin und her. Während dem Stillen stuhlt Gabriel voller Vergnügen durch die Hosen. Frau G. hat leider nichts zum Wickeln mit, denn mit so einer Ladung hatte sie nicht gerechnet. Herr B. fährt schnell nach Hause und holt neue Kleider. Das war eine Aufregung, denn der ganze Pulli von Frau G. ist verdorben. Wir lachen.
Gabriele wiegt jetzt 4580 g u. ist 56 cm gross; er wächst gut und geniesst die Ausflüge, die Frau G. mit ihm macht. Die Stillperioden haben sich verlängert. Wenn er wach ist, schreit er nicht. Frau G. ist immer noch unruhig. Es ist keiner in der Nähe, der ihr helfen kann und ihr fällt es schwer, mit dem Kind den ganzen Tag allein zu sein. In der 3. Sitzung erfahre ich, wie das Kind versehentlich zu früh in der Praxis des Kinderarztes geimpft wurde. Frau G. ist irritiert. Ich gebe ihr eine Liste mit Homöopathen, damit sie Hilfe findet. Nach der Impfung war Gabriele erschöpft und hat 6 Stunden geschlafen. Frau G. stresst alles. Sie war nicht zur Untersuchung im Spital und auch nicht bei der Homöopathin. Gabriele ist gross und in der 6. Woche möchte er noch öfter trinken. Nochmals fährt Frau G. in Urlaub, damit sie gute Luft und Abwechslung hat.
Am 31.07. erhalte ich ein Mail: „Wir haben den Eindruck, dass sich die frühkindliche Asymmetrie nun schon stark zurückgebildet hat. Gabriele liegt nun häufig auch von sich aus auf der rechten Seite und kann den Kopf schon viel besser in beide Richtungen drehen. Auch das Schreien ist mittlerweile viel definierter geworden, er erzählt vor allem am Morgen relativ viel – so wohliges Plappern. Die Ultraschalluntersuchung der Hüfte war gut und es scheint alles in Ordnung zu sein. Die Impfung hat er ohne Nebenwirkung verkraftet. Es ist irrsinnig zu sehen und macht viel Freude, wie er den Kopf für längere Zeit selber angehoben hat.“
5.10.09, Gabriele wiegt 5.5 kg, er hat eine Länge von 65 cm. Er weint. Der Vater kommt in die Praxis. Seit zwei Tagen ist die Mutter auf Arbeit. Gabriele hat wenig zugenommen. Er trinkt beim Vater nicht. Die Muttermilch wird erst am Abend, wenn die Mutter kommt, gegeben. Leider hat der Vater keine Nahrung in meine Praxis mitgebracht. Während ich mich mit dem Kind beschäftige und es tröste, holt der Vater schnell die Nahrung mit dem Auto. Nach herzzerreissendem Schreien schluchzt Gabriele immer weniger an meiner Schulter. Ich erkläre ihm, dass der Vater jetzt die Flasche holt, und wir ihm zeigen werden, wie gut er das selber machen kann. Wir betten das Kind in Mittellage in ein Nestli, welches ich mit dem Stillkissen forme und geben ihm die Flasche. Während wir leise mit Gabriele sprechen, dass jetzt alles gut wird, beginnt er etwas mit der Zunge an dem Fläschchen zu spielen, stösst es jedoch immer wieder zurück. Ich erkläre dem Vater, dass es eine ganz neue Situation für Gabriele ist. Vorher hat die Mutter immer den Kleinen beruhigt und jetzt kommt der Vater. Er muss es erst richtig lernen und das benötigt Geduld. Ich rede mit Gabriele und verspreche ihm, dass es der Vater ganz gut macht. Plötzlich lacht er und versucht, an der Flasche zu ziehen. Der Vater ist ganz erstaunt und spricht ganz freudig mit seinem Sohn.

Montag, 19. Oktober 2009

Cranio-Baby, Robin, frühkindliche Asymmetrie rechts

Frau St. kommt am 8. Juli 2009 mit Verordnung v. Herr. Dr. U. in meine Praxis. Ihr kleiner Sohn Robin war 9 Wochen alt. Frau St. berichtet über eine schwere Geburt. Bei diesem Bericht ist sie ganz gerührt. Leider waren die Massnahmen der Geburtshilfe sehr eingreifend für ihren kleinen Sohn und auch für die Mutter. Nach dem Bericht der Mutter wollten die Ärzte dem kleinen Sohn mit einer Glocke helfen und waren abgerutscht. So wurde Robin mit der Zange auf die Welt gebracht. Robin war ein kräftiges Kind und wog 3640 g mit einer Länge von 53 cm. Während der Geburt stellte man fest, dass das Fruchtwasser grün war und Robin nach der Geburt schwer geatmet hat.
Er kam 6 Tage zur Beobachtung auf die neonatalogische Intensivstation. Es fand auch eine Verlegung vom Bethesda nach dem UKB statt. Frau St. konnte mit ihrem Kind im anderen Gebäude sein und ihren Sohn besuchen. Frau St. war froh, ihren Sohn bald wieder in den Armen zu halten. Sie berichtet, dass er trotz schwieriger Geburt zufrieden sei und von 20.00 Uhr bis 5 Uhr durchschlafen würde. Seit drei Wochen stillt sie jedoch nicht mehr, weil Robin mit dem Stillen Schwierigkeiten hatte. Sie gibt den Schoppen alle 3-4 Stunden.
Sie konnte beobachten, dass Robin eine bevorzugte Lage nach rechts hatte und extrem schreckhaft war. Von der Geburt hat sich Frau St. schwer erholt und viel geweint. Die ersten Wochen war sie allein mit der Pflege beschäftigt. Sie litt unter Wasser in den Füssen und Gelenkschmerzen. Wegen der bevorzugten Lage hat Frau St. von selbst die Lage des Kindes angepasst. Sie erhielt von mir Instruktionen für eine frühkindliche Asymmetrie und hat gut einen Rhythmus gefunden.
Robin hält den Kopf nicht gern in der Mitte beim Schoppen. Nach der 1. Impfung am 15.07. hat er sehr lange geschlafen und wenig gegessen. Das Kind hatte zwei Tage erhöhte Temperatur. Im Durchschnitt schläft Robin nach seinem letzten Schoppen fast 10 Stunden.
Am 20.07. wog Robin 6350 g und hatte eine Länge von 62 cm. Immer noch war der kleine Bub schreckhaft. Beide Eltern geben Robin viel Wärme und Liebe. Er wirkt sehr ausgeglichen. Nach der 3. Sitzung hat die Schreckhaftigkeit nachgelassen. Nach einem Monat wiegt Robin 6700 g und ist 65 cm gross. Er liegt jetzt gut in Bauchlage und fängt an sich zu drehen. Ab Oktober wird Frau St. wieder arbeiten gehen. Das macht ihr sehr zu schaffen. Beide Eltern haben das Maximum an Zuwendung gegeben und alle Instruktionen gut durchgeführt. Die Kopfkontrolle ist sehr gut. In der Bauchlage beobachte ich noch eine kleine Einschränkung in der rechten Schulter. Ich gebe Frau St. Anleitung, wie sie ein „Päckli“ machen kann. Das Kind wird damit sehr gut unterstützt und entwickelt Kraft.

Nach dem 21.09. erhalte ich ein Mail von Frau St.: „Robin wiegt jetzt 7.5 kg und ist 70 cm gross. Er dreht sich nach rechts und links. Nach der 2. Impfung hatte er 4 Tage Beschwerden. Wir haben etwas Homöopathie gegeben. Seit 14 Tagen hat Robin kalte Hände, die wahrscheinlich auf die Impfung zurückzuführen sind. Nach der 5. Behandlung bei Ihnen konnte Robin sehr gut auf dem Bauch liegen, er streckt seinen Po in die Luft und versucht die Knie anzuziehen. Er stemmt sich jetzt in Bauchlage ganz weit nach oben und streckt sogar den Kopf weit nach hinten. In der Nacht schläft er sogar manchmal in Bauchlage. Er ist in die Krippe gekommen und muss sich an die neue Situation gewöhnen. Es geht ihm jedoch gut. Er freut sich über die vielen Kinder und geniesst es. Seit 21.09. bekommt der etwas Rüblibrei mit Kartoffel oder Fenchel zum Mittag.“
Ich leite sie an, wie sie die Nieren behandeln darf, damit Robin wieder warm wird. Leider kommt es nach Impfungen bei einigen Kindern zu solchen Reaktionen. Robin hat in der nachfolgenden Zeit wenig getrunken und nicht zugenommen.
Frau St. hat etwas Mühe mit der neuen Lebenssituation, denn sie möchte gerne ihren kleinen Sohn bei sich haben. Ich habe sehr viel Verständnis für Frau St., denn ich war selbst einmal eine junge Mutter, die ihre kleine Tochter in einer Krippe unterbringen musste.

Montag, 27. Juli 2009

Zangengeburt, Episiotomie (Dammschnitt)

Geburt: Medizinisches - Komplikationen - Zangen-Geburt



Zangen-Geburt

Geburtshilfliche Zangen bestehen aus zwei gebogenen Metalllöffeln, die an ein Salatbesteck oder eine Zuckerzange erinnern. Der Frauenarzt, Ihre Frauenärztin führt sie nacheinander vorsichtig in die Scheide ein, umschliesst damit den kindlichen Kopf und führt ihn vorsichtig aus dem Geburtskanal heraus.

Wenn Sie noch keine Epidural- oder Spinalanästhesie bekommen haben, wird wahrscheinlich spätestens vor Einsatz der Zange eine Lokalanästhesie vorgenommen, um den Geburtskanal zu betäuben. Zudem ist häufig eine Episiotomie (Dammschnitt) nötig, wenn das Köpfchen geboren wird. Eventuell wird auch die Harnblase über einen Katheter entleert. Während die Beine in erhöht angebrachten Halterungen ruhen, pressen Sie weiter und Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin führt den Kopf Ihres Babys sanft, aber stetig, mit der Zange heraus. Wenn der Kopf durchgetreten ist, kann der restliche Körper ohne instrumentelle Hilfestellung geboren werden.

Die Zange kann nur nach der Eröffnungsphase verwendet werden, wenn der Muttermund vollständig erweitert ist und der Kopf des Babys im Becken oder dem Geburtskanal steht.

Eine Zangengeburt hinterlässt oft rote Markierungen auf den Schädelseiten. Das ist kein Grund zur Sorge – die Druckstellen werden bald verschwinden. Eine Zangengeburt kann einen Kaiserschnitt verhindern, wenn z.B. das Baby im Becken stecken geblieben ist. Zudem ist diese Methode meist schneller und komplikationsärmer als ein Kaiserschnitt.

Stand: 06/06, BH
Quelle: swissmom.ch

Zangengeburt, Reflux, frühkindliche Asymmetrie

Frau H. kam mit ihrer Tochter Angelika in meine Praxis. Angelika hatte keinen leichten Start ins Leben. Sie musste mit der Zange geholt werden. Bei Geburt wog sie 2520 g mit einer Länge von 47 cm. Die ersten drei Wochen ihres Lebens verbrachte sie auf der Neonatologie. Das war nicht einfach für ihre Eltern.
Beim Besuch in meiner Praxis am 2.06.09 hatte sie fast 1 kg zugenommen. Sie litt unter leichtem Reflux und hatte eine frühkindliche Asymmetrie rechts. Frau H. hatte Probleme beim Stillen. Gleich zu Beginn der Sitzung hatte Angelika Durst und bekam die Brust mit den Stillhütchen. Ich beobachte wie die Mutter das Kind hält und erkläre, wie das Baby mit gutem Instinkt und klaren Richtung weisenden Haltetechniken die Brust gut finden kann. Ich zeige, wie mit etwas Schnalzen und Schmatzen der Säugling zum Trinken angeregt wird. Frau H. probiert es aus und es funktioniert.
In der zweiten Sitzung erklärte mir die Mutter, dass das Stillen jetzt gut ohne Hütchen ginge, jedoch die linke Brustwarze leicht entzündet sei. Per Mail erhielt Frau H. von mir Empfehlungen zur Brustpflege und eine Stillanleitung:
Am 9.06.2009 sendete mir Frau H. ein Mail, dass die verdünnte Calendula-Tinktur: 10 Tropfen auf 1 EL warmes Wasser sehr schnell geholfen haben. Sie erklärte mir, dass die kleine Tochter bei ihr besser schläft. Ich bekräftigte sie in der Annahme, dass Angelika gerne am und auf dem Leib der Mutter liegt, um ihre Herztöne zu hören. In den ersten 3-4 Monaten sind Säuglinge Traglinge. Je mehr Stunden sie getragen werden, desto weniger weinen sie. Wegen dem leichten Schiefhals erhielt Frau H. Instruktionen, welche wichtige Informationen und Tipps für den Umgang mit dem Kind im Alltag enthalten. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag für eine rasche Besserung der Asymmetrie, indem die Eltern die aufgezeigten Empfehlungen möglichst häufig anwenden.
Am 24.06.09 wiegt Angelika 4000 kg. Das Schlafen geht jetzt gut.
Am 13.07.09 frage ich bei den Eltern nach, wie es dem Kind geht, und erhalte folgenden Bericht:
„Angelika macht meistens einen sehr zufriedenen Eindruck. Mit den Lageinstruktionen kommen wir gut klar. Es kommt immer wieder eine weitere Übung hinzu. Sie dreht inzwischen den Kopf von allein auf beide Seiten. In der Mitte kann sie ihn gut halten. Bauchlage üben findet Angelika toll. Das machen wir regelmässig, und wir haben auch schon tolle Fortschritte erzielt. Den Reflux zu vermeiden ist die grösste Herausforderung. Bei einem 3-4 Stundenrhythmus haben wir das schon ganz gut im Griff. Da kommt praktisch nichts mehr retour. Hat Angelika jedoch öfters Hunger und verliert diesen Rhythmus, wird es sofort wieder schlimmer. Die Entscheidung ist nicht immer einfach, sie entweder schreien zu lassen und den Rhythmus erhalten oder nachgeben und dafür kommt wieder der Reflux. Zur Zeit sind wir bei Variante 2, da unsere Tochter womöglich einen Wachstumsschub hatte“.
Für viele Eltern ist es schwer, die Rhythmen zu halten. Die Mutter gibt die Brust, um ihr Kind ruhig zu stellen. Beim Refluxkind ist es leider so, dass ein häufiges und in kurzen Abständen erfolgtes Stillen zu einer Erhöhung der Symptome führt. Mit dem Wachstum des Kindes geht die anfänglich runde Form des Magens in eine längliche über. 80 % der Kinder haben ab 4. Monat eine spontane Beruhigung. Mit der Anwendung der Palpationstechnik/Haltetechnik in der Craniosacral Therapie können wir den linken und rechten Zwerchfellbogen entspannen, was zu einer besseren Verdauung führt.

27.07.2009, Angelika ist 3 Monate alt und wiegt 4700 g. Der Kinderarzt Dr. G./BL ist sehr zufrieden. Der Reflux ist nicht mehr schlimm, denn das schwallartige Erbrechen ist viel besser. Sie hat noch keine Impfung erhalten. Die Eltern können und müssen die Lageinstruktionen ab 3. Monat regelmässig anwenden, damit das Kind ruhig und gelassen in allen Positionen liegen lernt. Dies muss täglich mehrfach in kurzen Sequenzen geübt werden, bis der Säugling in der gewählten Position loslassen kann. Angelika ist sehr sensibel. Es benötigt besonders viel Liebe und Geduld, um ihr Mut zu machen, die entsprechende Lage anzunehmen. Gerne hört sie ihre Mutter sprechen. Sie wird dann ruhiger und hält inne. Ein zartes Lächeln umspielt ihre Lippen.

Freitag, 3. Juli 2009

Matteo, 3 1/2 J., Hyperaktivität, Sprach- u. Konzentrationsprobleme, Sauberkeitserziehung

Frau I. brachte mir ihren aufgeweckten Buben Matteo. Sie hatte mir schon ihre kleine Tochter Chiara mit 5 Wochen zur Behandlung gebracht. Matteo betritt aufgeregt meine Praxis und ein unverständlicher Redeschwall trifft mich. Wir setzen Matteo auf das Behandlungsbett. Seine Mutter erklärt mir, dass Matteo etwas unleidlich sei und immer noch nicht sauber. Ausserdem fehlt ihm die nötige Ruhe. Sie hätte mit ihrer Kinderärztin gesprochen und den Wunsch geäussert, dieses Kind von mir behandeln zu lassen.

Während Matteo lustige Geschichtli aus einem Büchli anhört, behandle ich ihn am Kreuzbein. Ich möchte überprüfen, ob er ein gut fluktuierendes Kreuzbein hat. Ich fühle Stille und wenig Bewegung. Nach einer Weile frage ich das Kind, ob es Wärme spürt. Am Anfang erhalte ich kaum Antwort. Danach spüre ich Bewegung im Kreuzbein und Matteo bestätigt mir, dass es jetzt warm wird. Nach der ersten Sitzung erklärt mir die Mutter, dass Matteo ruhiger geworden sei. Später teilt mir die Mutter mit, dass Matteo jetzt mehrere Tage ohne Windel am Tag sei und ab der dritten Sitzung sei er nur noch nachts mit Windel. Ich erkläre Frau I. die Sauberkeitsentwicklung:
Mit drei Jahren ist die Körperwahrnehmung der meisten Kinder so weit entwickelt, dass ein erfolgreiches Sauberkeitstraining einsetzen kann.
Jüngeren Kindern fehlt häufig das durchgängige Bewusstsein für ihre Körpergefühle und/oder die Fähigkeit, sie genau zu interpretieren.
Aus diesem Grund behandeln wir in der Craniosacralen Osteopathie/CSO/CST das Kreuzbein und fragen, ob das Kind die Wärme spürt.
Mit der Berührung des Kreuzbeins/ISG sowie der Schädelknochen erreichen wir eine bewusste Wahrnehmung beim Kind.
Sie erfolgt durch gezielten Kontakt an neurovaskulären Punkten.

Nach der 4. S. am 22.06.2009 erklärt mir Frau I, dass Matteo jetzt komplette Sätze spreche und unheimlich gerne selber Büchli anschaue. Seine ganze Sprache hätte grossartige Fortschritte gemacht. Er würde am Tage nicht mehr in die Windel machen. Sie möchte jetzt eine Pause einlegen. Wir vereinbaren, dass Frau I. nach dem Urlaub am 20.07.2009 ein abschliessendes Telefonat mit mir führt. Eine Hyperaktivität gemäss Verordnung von Frau Dr. med. M./BL konnte ich nicht bestätigen. Matteo hat in jeder Sitzung ca. 30 Min. gesessen oder gelegen und sehr interessiert zugehört. Das ist für ein 3 1/2j. Kind sehr gut.

Nach den Sitzungen wollte Matteo die Treppe hinunter getragen werden. Die Mutter nahm ihn auf den Arm. Ich spürte, dass Matteo Zuwendung und Aufmerksamkeit benötigt, denn er ist etwas eifersüchtig auf das neue Schwesterlein. Mit dem Entgegenbringen von Achtsamkeit und Geduld kann Matteo die neue Situation annehmen, jetzt nicht mehr ganz an erster Stelle zu sein und trotzdem von seiner Mutter beachtet zu werden. Er möchte mit einbezogen werden im Handling mit dem neuen Baby. Ich hoffe, dass Frau I. diese Situation gut einordnen kann.

Montag, 29. Juni 2009

Roman, 13 Wochen, Nabelschnurtrauma, frühkindliche Asymmetrie rechts

Roman kam 4 Wochen nach der Geburt wegen einem Nabelschnurtrauma in meine Praxis. Frau S. erhielt eine Überweisung von Frau Dr. W./BL. Eigentlich hatte es Roman nicht so eilig auf die Welt zu kommen. Er war schon eine Woche über die Zeit. Er wog 3505 g und war 47 cm lang. Nach seiner Geburt hatte er eine Geburtsgeschwulst am Kopf/Druckstelle und einen leichten Keilschädel. So richtig geschrien hat er erst bei Papa etwas später nach der Geburt. Frau S. bringt einen Plan mit und erklärt, dass es tagsüber sehr gut geht, jedoch am Abend von 19.00 - 24.00 Uhr würde ihr lieber Sohn am Stück schreien. Roman bekommt einen Schoppen, den er ruhig austrinkt.
Ich betrachte Roman und bemerke einen schönen runden Kopf mit einer frühkindlichen Asymmetrie mit Abknickung nach rechts. Seine Mutter erzählt, dass er am Morgen zwischen 8.30 - 11.00 Uhr schon richtig erzählen möchte. Ich überprüfe die Organe und wende viscerale Entstauungstechniken der CSO/CST an. Nach der zweiten Sitzung hat sich ganz viel reguliert.
Am 8.05.2009 erhält Roman seine erste Impfung, nach der er etwas Fieber hat. Er schläft jetzt gut von 19.00 - 24.00 Uhr. Wir beobachten seine Lage. Ich gebe der Mutter Instruktionen im Handling und erkläre, wie sie die verkürzte Rumpfseite korrekt halten und lagern darf. Nach der 3. Sitzung liegt Roman noch nicht so gerne auf dem Bauch. Wir erläutern Tragemöglichkeiten und Rotation in alle Lagen bei Anwesenheit der Eltern zur Förderung der Rumpfsymmetrie. Auch der Vater wird in das Handling einbezogen. Er ist sehr interessiert und lässt sich viel erklären.
Am 22. Juni 2009 hat Roman eine Kontrolle in der Mütterberatung bei Frau D./BL. Er wiegt jetzt 7150 g. Ist 62 cm lang. Sein Schlafen hat sich gut reguliert. In der Zwischenzeit dreht sich Roman sehr gern vom Rücken auf den Bauch und schaut umher. Jedoch mag er diese Lage noch nicht länger als 15 Minuten.
Meine Empfehlung: mehrmals täglich kurze Sequenzen in Bauchlage durchführen.
Am 29. Juni 2009 erhalte ich noch einen Bericht von Frau S.,dass jetzt alles in Ordnung und die Kopfbeweglichkeit gut hergestellt ist. "Mit sonnigen Grüssen"

Sonntag, 7. Juni 2009

Cranio-Kinder, Tom, 7 Jahre - Sturz vom Stockbett

Tom kam mit seiner Grossmutter in die Praxis. Er war vor einer Woche beim Kampf mit einem kleinen Freund aus dem Stockbett auf den rechten Oberschenkel gefallen. Seine Hüfte tat ihm weh. Sie war geschwollen. Ob er sich den Kopf angeschlagen hatte, wusste er nicht mehr.
Tom bestieg sehr bereitwillig den Behandlungstisch. Vorher erklärte er Frau Huggel den genauen Unfallhergang wie es dazu kam.
Frau Huggel hörte ihm aufmerksam zu und erklärte ihm, was es mit den Berührungen in der Osteopathie auf sich hat. Die Therapeutin zeigt das Skelett-Modell. Er schaute aufmerksam zu. Wissbegierig wollte er viele Erklärungen und sein Redeschwall hörte nicht auf.
Die Behandlung erstreckte sich auf sanfte Berührung am Kreuzbein und Oberschenkel mit Überprüfung der Gelenkfunktion. Das rechte Bein liess sich schlecht beugen. Tom hatte Schmerzen beim Biegen. Sanft wurde mit guter Atmung die Bewegung angeregt. Das Kreuzbein war etwas gefühllos. Es wurde jedoch nach der Behandlung ganz warm.
Weiterhin wurde sein Zwerchfell behandelt, welches ebenfalls etwas gestaut/geprellt war. Nach der Entstauung mit faszialen Techniken nach Sutherland fing Tom an zu gähnen. Danach arbeitet die Therapeutin am Schädel.
Bei der Berührung seines Hinterhauptes fühlte es sich für Frau Huggel an, als wenn eine stockendes Zahnrad in Bewegung kommt. Die Therapeutin wartet lange, bis Tom nach vielem Reden ganz ruhig wird und tief gähnt. Sehr zufrieden gingen Grossmutter und Enkelsohn nach Hause. Nach einer Woche erfuhr Frau Huggel, dass Tom endlich wieder ruhig durchschlafen kann und dass ihm die Behandlung sehr gut getan hat. Es wurden noch 1 - 2 Behandlungen im Abstand von 14 Tagen bis 3 Wochen gegeben.

KOPFVERLETZUNGEN:
Kopfverletzungen sind vor allem zwischen dem 2. und dem 10. Lebensjahr sehr häufig. Von einer Beule am Kopf bis zu schwersten Gehirnblutungen ist jede Verletzungsform möglich.

Da Kleinkinder ihre Schmerzen nicht richtig artikulieren können (ca. bis zum 3 Lebensjahr), ist besonders in dieser Altersgruppe höchste Vorsicht nach Stürzen geboten. Solch kleine Kinder gehören nach einem Sturz genau untersucht (Wunden, Beulen, etc.) und in Folge: (sollte kein Spital aufgesucht werden können) über längere Zeit in ihrem Verhalten beobachtet werden,  da es bei Kopfverletzungen zu symptomfreien Intervallen kommen kann!
Im Zweifelsfall ist zur Abklärung und einer möglichen stationären Beobachtung ein Spital/Kinderarzt aufzusuchen.

Freitag, 15. Mai 2009

Cranio-Baby, Gedeihstörung, Jael

11. Nov. 2008: Frau L. betritt mit der kleinen Jael die Praxis. Sie erhielt eine Empfehlung. Jaels Kinderärztin Frau Dr. M./BL schrieb eine Verordnung. Jael ist ca. 8 Wochen alt. Bei der Geburt wog sie 1800 g. Frau L. sorgt sich, weil ihr Kind von 19.00 - 23.00 Uhr schreit. Auch beim Stuhlen hat die kleine Tochter Probleme. Jael wurde im Zeitraum v. 11.11. - 14.12.08 von Frau Huggel behandelt.
Im Jan. 2009 meldet mir Frau L. dass es Jael immer noch sehr gut geht. Sie schläft abends mit dem letzten Schoppen wunderbar und sogar allein in ihrem Bettchen. Das sei ein grosser Erfolg.

12. Mai 2009 Mail von Frau L.:
"Liebe Frau Huggel, bitte entschuldigen sie, dass ich mich erst jetzt melde. Es geht uns allen fabelhaft. Jaels Brüderchen Tian ist drei Jahre alt geworden und klein Jael ist mittlerweile 8 Monate alt! Wie doch die Zeit vergeht...Es geht ihr sehr sehr gut und sie ist ein aufgewecktes kleines Mädchen. Sie krabbelt seit 2 Wochen, seit 2 Tagen kniet sie überall, wo sie nur kann und zieht sich schon hoch. ...und mit dem Bereichen ist auch schon bald Schluss. Sie will immer mit uns essen und alles, was auf dem Tisch ist, probieren. Sie hat auch schon unten 2 Zähnchen. Bis jetzt isst sie alles ausser Kartoffeln. Jedoch Tian hat das die ersten 2 Jahre auch nicht so toll gefunden. Seit 3 Monaten schläft sie durch und seit Ostern schlafen beide im Kinderzimmer, was wunderbar geht. Ich habe so Freude, dass meine Kinder so unkompliziert essen und alles probieren...Ich wünsche Ihnen gute Zeit und bis ein andermal. Liebe Grüsse T. L."