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Montag, 27. Juli 2009

Zangengeburt, Episiotomie (Dammschnitt)

Geburt: Medizinisches - Komplikationen - Zangen-Geburt



Zangen-Geburt

Geburtshilfliche Zangen bestehen aus zwei gebogenen Metalllöffeln, die an ein Salatbesteck oder eine Zuckerzange erinnern. Der Frauenarzt, Ihre Frauenärztin führt sie nacheinander vorsichtig in die Scheide ein, umschliesst damit den kindlichen Kopf und führt ihn vorsichtig aus dem Geburtskanal heraus.

Wenn Sie noch keine Epidural- oder Spinalanästhesie bekommen haben, wird wahrscheinlich spätestens vor Einsatz der Zange eine Lokalanästhesie vorgenommen, um den Geburtskanal zu betäuben. Zudem ist häufig eine Episiotomie (Dammschnitt) nötig, wenn das Köpfchen geboren wird. Eventuell wird auch die Harnblase über einen Katheter entleert. Während die Beine in erhöht angebrachten Halterungen ruhen, pressen Sie weiter und Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin führt den Kopf Ihres Babys sanft, aber stetig, mit der Zange heraus. Wenn der Kopf durchgetreten ist, kann der restliche Körper ohne instrumentelle Hilfestellung geboren werden.

Die Zange kann nur nach der Eröffnungsphase verwendet werden, wenn der Muttermund vollständig erweitert ist und der Kopf des Babys im Becken oder dem Geburtskanal steht.

Eine Zangengeburt hinterlässt oft rote Markierungen auf den Schädelseiten. Das ist kein Grund zur Sorge – die Druckstellen werden bald verschwinden. Eine Zangengeburt kann einen Kaiserschnitt verhindern, wenn z.B. das Baby im Becken stecken geblieben ist. Zudem ist diese Methode meist schneller und komplikationsärmer als ein Kaiserschnitt.

Stand: 06/06, BH
Quelle: swissmom.ch

Zangengeburt, Reflux, frühkindliche Asymmetrie

Frau H. kam mit ihrer Tochter Angelika in meine Praxis. Angelika hatte keinen leichten Start ins Leben. Sie musste mit der Zange geholt werden. Bei Geburt wog sie 2520 g mit einer Länge von 47 cm. Die ersten drei Wochen ihres Lebens verbrachte sie auf der Neonatologie. Das war nicht einfach für ihre Eltern.
Beim Besuch in meiner Praxis am 2.06.09 hatte sie fast 1 kg zugenommen. Sie litt unter leichtem Reflux und hatte eine frühkindliche Asymmetrie rechts. Frau H. hatte Probleme beim Stillen. Gleich zu Beginn der Sitzung hatte Angelika Durst und bekam die Brust mit den Stillhütchen. Ich beobachte wie die Mutter das Kind hält und erkläre, wie das Baby mit gutem Instinkt und klaren Richtung weisenden Haltetechniken die Brust gut finden kann. Ich zeige, wie mit etwas Schnalzen und Schmatzen der Säugling zum Trinken angeregt wird. Frau H. probiert es aus und es funktioniert.
In der zweiten Sitzung erklärte mir die Mutter, dass das Stillen jetzt gut ohne Hütchen ginge, jedoch die linke Brustwarze leicht entzündet sei. Per Mail erhielt Frau H. von mir Empfehlungen zur Brustpflege und eine Stillanleitung:
Am 9.06.2009 sendete mir Frau H. ein Mail, dass die verdünnte Calendula-Tinktur: 10 Tropfen auf 1 EL warmes Wasser sehr schnell geholfen haben. Sie erklärte mir, dass die kleine Tochter bei ihr besser schläft. Ich bekräftigte sie in der Annahme, dass Angelika gerne am und auf dem Leib der Mutter liegt, um ihre Herztöne zu hören. In den ersten 3-4 Monaten sind Säuglinge Traglinge. Je mehr Stunden sie getragen werden, desto weniger weinen sie. Wegen dem leichten Schiefhals erhielt Frau H. Instruktionen, welche wichtige Informationen und Tipps für den Umgang mit dem Kind im Alltag enthalten. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag für eine rasche Besserung der Asymmetrie, indem die Eltern die aufgezeigten Empfehlungen möglichst häufig anwenden.
Am 24.06.09 wiegt Angelika 4000 kg. Das Schlafen geht jetzt gut.
Am 13.07.09 frage ich bei den Eltern nach, wie es dem Kind geht, und erhalte folgenden Bericht:
„Angelika macht meistens einen sehr zufriedenen Eindruck. Mit den Lageinstruktionen kommen wir gut klar. Es kommt immer wieder eine weitere Übung hinzu. Sie dreht inzwischen den Kopf von allein auf beide Seiten. In der Mitte kann sie ihn gut halten. Bauchlage üben findet Angelika toll. Das machen wir regelmässig, und wir haben auch schon tolle Fortschritte erzielt. Den Reflux zu vermeiden ist die grösste Herausforderung. Bei einem 3-4 Stundenrhythmus haben wir das schon ganz gut im Griff. Da kommt praktisch nichts mehr retour. Hat Angelika jedoch öfters Hunger und verliert diesen Rhythmus, wird es sofort wieder schlimmer. Die Entscheidung ist nicht immer einfach, sie entweder schreien zu lassen und den Rhythmus erhalten oder nachgeben und dafür kommt wieder der Reflux. Zur Zeit sind wir bei Variante 2, da unsere Tochter womöglich einen Wachstumsschub hatte“.
Für viele Eltern ist es schwer, die Rhythmen zu halten. Die Mutter gibt die Brust, um ihr Kind ruhig zu stellen. Beim Refluxkind ist es leider so, dass ein häufiges und in kurzen Abständen erfolgtes Stillen zu einer Erhöhung der Symptome führt. Mit dem Wachstum des Kindes geht die anfänglich runde Form des Magens in eine längliche über. 80 % der Kinder haben ab 4. Monat eine spontane Beruhigung. Mit der Anwendung der Palpationstechnik/Haltetechnik in der Craniosacral Therapie können wir den linken und rechten Zwerchfellbogen entspannen, was zu einer besseren Verdauung führt.

27.07.2009, Angelika ist 3 Monate alt und wiegt 4700 g. Der Kinderarzt Dr. G./BL ist sehr zufrieden. Der Reflux ist nicht mehr schlimm, denn das schwallartige Erbrechen ist viel besser. Sie hat noch keine Impfung erhalten. Die Eltern können und müssen die Lageinstruktionen ab 3. Monat regelmässig anwenden, damit das Kind ruhig und gelassen in allen Positionen liegen lernt. Dies muss täglich mehrfach in kurzen Sequenzen geübt werden, bis der Säugling in der gewählten Position loslassen kann. Angelika ist sehr sensibel. Es benötigt besonders viel Liebe und Geduld, um ihr Mut zu machen, die entsprechende Lage anzunehmen. Gerne hört sie ihre Mutter sprechen. Sie wird dann ruhiger und hält inne. Ein zartes Lächeln umspielt ihre Lippen.

Freitag, 3. Juli 2009

Matteo, 3 1/2 J., Hyperaktivität, Sprach- u. Konzentrationsprobleme, Sauberkeitserziehung

Frau I. brachte mir ihren aufgeweckten Buben Matteo. Sie hatte mir schon ihre kleine Tochter Chiara mit 5 Wochen zur Behandlung gebracht. Matteo betritt aufgeregt meine Praxis und ein unverständlicher Redeschwall trifft mich. Wir setzen Matteo auf das Behandlungsbett. Seine Mutter erklärt mir, dass Matteo etwas unleidlich sei und immer noch nicht sauber. Ausserdem fehlt ihm die nötige Ruhe. Sie hätte mit ihrer Kinderärztin gesprochen und den Wunsch geäussert, dieses Kind von mir behandeln zu lassen.

Während Matteo lustige Geschichtli aus einem Büchli anhört, behandle ich ihn am Kreuzbein. Ich möchte überprüfen, ob er ein gut fluktuierendes Kreuzbein hat. Ich fühle Stille und wenig Bewegung. Nach einer Weile frage ich das Kind, ob es Wärme spürt. Am Anfang erhalte ich kaum Antwort. Danach spüre ich Bewegung im Kreuzbein und Matteo bestätigt mir, dass es jetzt warm wird. Nach der ersten Sitzung erklärt mir die Mutter, dass Matteo ruhiger geworden sei. Später teilt mir die Mutter mit, dass Matteo jetzt mehrere Tage ohne Windel am Tag sei und ab der dritten Sitzung sei er nur noch nachts mit Windel. Ich erkläre Frau I. die Sauberkeitsentwicklung:
Mit drei Jahren ist die Körperwahrnehmung der meisten Kinder so weit entwickelt, dass ein erfolgreiches Sauberkeitstraining einsetzen kann.
Jüngeren Kindern fehlt häufig das durchgängige Bewusstsein für ihre Körpergefühle und/oder die Fähigkeit, sie genau zu interpretieren.
Aus diesem Grund behandeln wir in der Craniosacralen Osteopathie/CSO/CST das Kreuzbein und fragen, ob das Kind die Wärme spürt.
Mit der Berührung des Kreuzbeins/ISG sowie der Schädelknochen erreichen wir eine bewusste Wahrnehmung beim Kind.
Sie erfolgt durch gezielten Kontakt an neurovaskulären Punkten.

Nach der 4. S. am 22.06.2009 erklärt mir Frau I, dass Matteo jetzt komplette Sätze spreche und unheimlich gerne selber Büchli anschaue. Seine ganze Sprache hätte grossartige Fortschritte gemacht. Er würde am Tage nicht mehr in die Windel machen. Sie möchte jetzt eine Pause einlegen. Wir vereinbaren, dass Frau I. nach dem Urlaub am 20.07.2009 ein abschliessendes Telefonat mit mir führt. Eine Hyperaktivität gemäss Verordnung von Frau Dr. med. M./BL konnte ich nicht bestätigen. Matteo hat in jeder Sitzung ca. 30 Min. gesessen oder gelegen und sehr interessiert zugehört. Das ist für ein 3 1/2j. Kind sehr gut.

Nach den Sitzungen wollte Matteo die Treppe hinunter getragen werden. Die Mutter nahm ihn auf den Arm. Ich spürte, dass Matteo Zuwendung und Aufmerksamkeit benötigt, denn er ist etwas eifersüchtig auf das neue Schwesterlein. Mit dem Entgegenbringen von Achtsamkeit und Geduld kann Matteo die neue Situation annehmen, jetzt nicht mehr ganz an erster Stelle zu sein und trotzdem von seiner Mutter beachtet zu werden. Er möchte mit einbezogen werden im Handling mit dem neuen Baby. Ich hoffe, dass Frau I. diese Situation gut einordnen kann.