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Dienstag, 20. Oktober 2009

Gabriele, frühkindliche Asymmetrie links, Plagiocephalus


Gabriele kommt mit 3 Wochen in meine Praxis. Die Eltern sind aufgeregt, denn der kleine Gabriele schreit viel. Die Mutter gibt rechts und links die Brust, um das Kind zu beruhigen. Dabei strengt sie sich sehr an, so dass sie fast verkrampft. Ich rede sanft mit dem Kind und verschaffe der Mutter Hilfe mit einem Stillkissen. Sie weint und ist sehr gestresst, denn die Geburt war anstrengend. Durch die Schwangerschaft erlitt die Mutter einen Nierenstau, von dem sie sich noch nicht richtig erholt hatte.
Am 16.07. berichtet die Mutter, dass sie im Urlaub war. Gabriele hat ganz viel an der Luft gelegen. Er hat viel weniger geschrien. Es ist an dem Tag heiss u. Gabriele hat kurze Höschen an. Lustig strampeln seine Beine hin und her. Während dem Stillen stuhlt Gabriel voller Vergnügen durch die Hosen. Frau G. hat leider nichts zum Wickeln mit, denn mit so einer Ladung hatte sie nicht gerechnet. Herr B. fährt schnell nach Hause und holt neue Kleider. Das war eine Aufregung, denn der ganze Pulli von Frau G. ist verdorben. Wir lachen.
Gabriele wiegt jetzt 4580 g u. ist 56 cm gross; er wächst gut und geniesst die Ausflüge, die Frau G. mit ihm macht. Die Stillperioden haben sich verlängert. Wenn er wach ist, schreit er nicht. Frau G. ist immer noch unruhig. Es ist keiner in der Nähe, der ihr helfen kann und ihr fällt es schwer, mit dem Kind den ganzen Tag allein zu sein. In der 3. Sitzung erfahre ich, wie das Kind versehentlich zu früh in der Praxis des Kinderarztes geimpft wurde. Frau G. ist irritiert. Ich gebe ihr eine Liste mit Homöopathen, damit sie Hilfe findet. Nach der Impfung war Gabriele erschöpft und hat 6 Stunden geschlafen. Frau G. stresst alles. Sie war nicht zur Untersuchung im Spital und auch nicht bei der Homöopathin. Gabriele ist gross und in der 6. Woche möchte er noch öfter trinken. Nochmals fährt Frau G. in Urlaub, damit sie gute Luft und Abwechslung hat.
Am 31.07. erhalte ich ein Mail: „Wir haben den Eindruck, dass sich die frühkindliche Asymmetrie nun schon stark zurückgebildet hat. Gabriele liegt nun häufig auch von sich aus auf der rechten Seite und kann den Kopf schon viel besser in beide Richtungen drehen. Auch das Schreien ist mittlerweile viel definierter geworden, er erzählt vor allem am Morgen relativ viel – so wohliges Plappern. Die Ultraschalluntersuchung der Hüfte war gut und es scheint alles in Ordnung zu sein. Die Impfung hat er ohne Nebenwirkung verkraftet. Es ist irrsinnig zu sehen und macht viel Freude, wie er den Kopf für längere Zeit selber angehoben hat.“
5.10.09, Gabriele wiegt 5.5 kg, er hat eine Länge von 65 cm. Er weint. Der Vater kommt in die Praxis. Seit zwei Tagen ist die Mutter auf Arbeit. Gabriele hat wenig zugenommen. Er trinkt beim Vater nicht. Die Muttermilch wird erst am Abend, wenn die Mutter kommt, gegeben. Leider hat der Vater keine Nahrung in meine Praxis mitgebracht. Während ich mich mit dem Kind beschäftige und es tröste, holt der Vater schnell die Nahrung mit dem Auto. Nach herzzerreissendem Schreien schluchzt Gabriele immer weniger an meiner Schulter. Ich erkläre ihm, dass der Vater jetzt die Flasche holt, und wir ihm zeigen werden, wie gut er das selber machen kann. Wir betten das Kind in Mittellage in ein Nestli, welches ich mit dem Stillkissen forme und geben ihm die Flasche. Während wir leise mit Gabriele sprechen, dass jetzt alles gut wird, beginnt er etwas mit der Zunge an dem Fläschchen zu spielen, stösst es jedoch immer wieder zurück. Ich erkläre dem Vater, dass es eine ganz neue Situation für Gabriele ist. Vorher hat die Mutter immer den Kleinen beruhigt und jetzt kommt der Vater. Er muss es erst richtig lernen und das benötigt Geduld. Ich rede mit Gabriele und verspreche ihm, dass es der Vater ganz gut macht. Plötzlich lacht er und versucht, an der Flasche zu ziehen. Der Vater ist ganz erstaunt und spricht ganz freudig mit seinem Sohn.

Montag, 19. Oktober 2009

Robin, 9 Wochen, frühkindliche Asymmetrie rechts

Frau St. kommt am 8. Juli 2009 mit Verordnung v. Herr. Dr. U. in meine Praxis. Ihr kleiner Sohn Robin war 9 Wochen alt. Frau St. berichtet über eine schwere Geburt. Bei diesem Bericht ist sie ganz gerührt. Leider waren die Massnahmen der Geburtshilfe sehr eingreifend für ihren kleinen Sohn und auch für die Mutter. Nach dem Bericht der Mutter wollten die Ärzte dem kleinen Sohn mit einer Glocke helfen und waren abgerutscht. So wurde Robin mit der Zange auf die Welt gebracht. Robin war ein kräftiges Kind und wog 3640 g mit einer Länge von 53 cm. Während der Geburt stellte man fest, dass das Fruchtwasser grün war und Robin nach der Geburt schwer geatmet hat.
Er kam 6 Tage zur Beobachtung auf die neonatalogische Intensivstation. Es fand auch eine Verlegung vom Bethesda nach dem UKB statt. Frau St. konnte mit ihrem Kind im anderen Gebäude sein und ihren Sohn besuchen. Frau St. war froh, ihren Sohn bald wieder in den Armen zu halten. Sie berichtet, dass er trotz schwieriger Geburt zufrieden sei und von 20.00 Uhr bis 5 Uhr durchschlafen würde. Seit drei Wochen stillt sie jedoch nicht mehr, weil Robin mit dem Stillen Schwierigkeiten hatte. Sie gibt den Schoppen alle 3-4 Stunden.
Sie konnte beobachten, dass Robin eine bevorzugte Lage nach rechts hatte und extrem schreckhaft war. Von der Geburt hat sich Frau St. schwer erholt und viel geweint. Die ersten Wochen war sie allein mit der Pflege beschäftigt. Sie litt unter Wasser in den Füssen und Gelenkschmerzen. Wegen der bevorzugten Lage hat Frau St. von selbst die Lage des Kindes angepasst. Sie erhielt von mir Instruktionen für eine frühkindliche Asymmetrie und hat gut einen Rhythmus gefunden.
Robin hält den Kopf nicht gern in der Mitte beim Schoppen. Nach der 1. Impfung am 15.07. hat er sehr lange geschlafen und wenig gegessen. Das Kind hatte zwei Tage erhöhte Temperatur. Im Durchschnitt schläft Robin nach seinem letzten Schoppen fast 10 Stunden.
Am 20.07. wog Robin 6350 g und hatte eine Länge von 62 cm. Immer noch war der kleine Bub schreckhaft. Beide Eltern geben Robin viel Wärme und Liebe. Er wirkt sehr ausgeglichen. Nach der 3. Sitzung hat die Schreckhaftigkeit nachgelassen. Nach einem Monat wiegt Robin 6700 g und ist 65 cm gross. Er liegt jetzt gut in Bauchlage und fängt an sich zu drehen. Ab Oktober wird Frau St. wieder arbeiten gehen. Das macht ihr sehr zu schaffen. Beide Eltern haben das Maximum an Zuwendung gegeben und alle Instruktionen gut durchgeführt. Die Kopfkontrolle ist sehr gut. In der Bauchlage beobachte ich noch eine kleine Einschränkung in der rechten Schulter. Ich gebe Frau St. Anleitung, wie sie ein „Päckli“ machen kann. Das Kind wird damit sehr gut unterstützt und entwickelt Kraft.

Nach dem 21.09. erhalte ich ein Mail von Frau St.: „Robin wiegt jetzt 7.5 kg und ist 70 cm gross. Er dreht sich nach rechts und links. Nach der 2. Impfung hatte er 4 Tage Beschwerden. Wir haben etwas Homöopathie gegeben. Seit 14 Tagen hat Robin kalte Hände, die wahrscheinlich auf die Impfung zurückzuführen sind. Nach der 5. Behandlung bei Ihnen konnte Robin sehr gut auf dem Bauch liegen, er streckt seinen Po in die Luft und versucht die Knie anzuziehen. Er stemmt sich jetzt in Bauchlage ganz weit nach oben und streckt sogar den Kopf weit nach hinten. In der Nacht schläft er sogar manchmal in Bauchlage. Er ist in die Krippe gekommen und muss sich an die neue Situation gewöhnen. Es geht ihm jedoch gut. Er freut sich über die vielen Kinder und geniesst es. Seit 21.09. bekommt der etwas Rüblibrei mit Kartoffel oder Fenchel zum Mittag.“
Ich leite sie an, wie sie die Nieren behandeln darf, damit Robin wieder warm wird. Leider kommt es nach Impfungen bei einigen Kindern zu solchen Reaktionen. Robin hat in der nachfolgenden Zeit wenig getrunken und nicht zugenommen.
Frau St. hat etwas Mühe mit der neuen Lebenssituation, denn sie möchte gerne ihren kleinen Sohn bei sich haben. Ich habe sehr viel Verständnis für Frau St., denn ich war selbst einmal eine junge Mutter, die ihre kleine Tochter in einer Krippe unterbringen musste.