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Montag, 29. Oktober 2012

Cranio-Kinder, Dysglossie, Hirnnervenblockade, Sprachblockade

Tim kam mit seiner Mutter im Alter von 2 Jahren in die Praxis für Craniosacrale Therapie von Frau Huggel und konnte noch nicht laufen und kaum stehen, nicht abhocken und nicht sprechen. Da die Familie aus Deutschland kam, verwies Frau Huggel sie zu einem anderen Osteopathen. Nach einem Jahr sah die Therapeutin Tim mit seiner Mutter auf einem Fest. Er sprach immer noch nicht und lief wie ein hackendes Uhrwerk - einfach nicht rund. Er war jetzt 3 Jahre.
Therapiebeginn: Frau Huggel erklärte sich bereit, Tim nochmals zu behandelt, jedoch nicht nur zweimal zur Abklärung sondern mit einer Vereinbarung, dass wir eine Serie von 6-9 Sitzungen mit ihm durchführen. Bei der Untersuchung stellte Frau Huggel fest, dass sein Kreuzbein-/Darmbein-Gelenk immer noch geschlossen war. Er konnte nach Aussagen der Mutter die Treppen nicht rechts/links steigen, nicht im Schneidersitz oder in der Hocker sitzen. Seine Sprache war auf wenige Laute reduziert.
Frau Huggel behandelte Tim als erstes am Kreuzbein. Sie spürte einen Block und eingeschlossene Hüften.
Nach und nach taute Tim auf. Seine Mutter und Frau Huggel vesuchten spielerisch mit Tim zu arbeiten. Mama las ihm etwas vor und Frau Huggel behandelte. Der kleine Tim sass mit gestreckten Beinen auf dem Tisch. Am Anfang wollten die Knochen sich nicht bewegen und er jammerte etwas.
zweite Sitzung:  Tim  wird immer zutraulicher. Frau Huggel musste seiner Mutter lernen, dass sie nichts von Tim verlangt, kein Zwängen und kein Verbessern und keinen Druck.
vier Sitzungen: die Mama macht gut mit. Sie musste sich in Geduld üben, denn Tim wiederholte alles mindestens 3-4 mal, bevor er zum nächsten Schritt überging.
Nach 6 Sitzungen: Frau Huggel und die Mama können sagen, es hat sich gelohnt. Tim steigt jetzt gut die Treppe abwechselnd rechts/links nach oben und nach unten. Er kann im Schneidersitz sitzen und langsam fängt er an zu schwatzen und er singt und brümmelt beim Büchli anschauen. Er lacht herzzerreissend und hat Frau Huggel in der 6. Sitzung einen dicken Kuss auf die Wange gegeben. Frau Huggel ist sehr glücklich. Jetzt kann auch die Sprachtherapeutin besser arbeiten, denn Tim ist nicht mehr so verkrampft und kann die kleinen Aufgaben locker annehmen, was vorher unmöglich war.  Bei Tim wurden auch Techniken der Craniosacralen Osteopathie im Mund angewendet, um die Schlundbogennerven und die angrenzenden Strukturen um das Os hyoid zu mobilisieren.
Den Nuggi im Mund und das Nuschi haben Frau Huggel und Mama ihm sehr schnell abgewöhnen können. Er braucht ihn nur noch nachts.

April 2013: Tim hat eine kleine OP an den Polypen, weil er immer hustet und über vereiterte Ohrenentzündungen klagt. Dafür erhält er fast jedes Jahr Antibiotikum, was nur kurze Zeit Hilfe bringt.

Juni 2013:
Wir legen nach 12 Sitzungen eine Pause ein. Tim läuft schon lange, steigt Treppen, lacht und hüpft. Seine Atembeschwerden haben eine Besserung erfahren. Er ist ein fröhliches Kind. In der Zwischenzeit spielt er mit seinem kleinen Bruder Mirco. Wir haben die Abstände auf alle 3 Wochen festgelegt. Tim hat in dieser Zeit sehr gut sprechen gelernt. Er spricht jedes Wort aus seinen Kinder-Büchern gut nach und benennt jede Person im Foto-Buch mit Namen. Er erzählt kleine Geschichten - am Anfang noch ganz schnell und ohne Atem zu holen. Seine Mama muss Geduld lernen und langsam mit ihm sprechen, denn schnelles unruhiges Sprechen ohne direkten Kontakt machen Tim verrückt.
Nachdem der kleine Bub gelernt hatte, seinen eigenen Namen verständlich zu sprechen, drückt er mir einen dicken saftigen Kuss auf die Stirn. Das tat gut, zu sehen, wie dankbar Tim ist. Er macht im Kindergarten richtig mit und wird jetzt lernen, praktische Dinge selber schneller auszuführen. Dafür wird er eine Ergotherapeutin aufsuchen. Seine Sprachtherapeutin hat eine Pause eingelegt und sich gefreut, dass Tim so schnelle Fortschritte gemacht hat, da fast keiner mehr daran geglaubt hat, dass Tim je richtig sprechen wird.

Zielstellung:
Im Oktober 2013 wird Tim 4 Jahre.  Wir wollen erreichen, dass er den Satzbau lernt. Das Wörtchen "ich" ist noch nicht aufgetaucht.

Januar 2014:
Tim wendet das Wörtchen "ich" an. Zwischendurch ist er immer mal gefallen. Alle Stürze werden behandelt.

Juni 2014:
Therapiepause:  Tim spricht komplette Sätze, seine Sprache wird immer deutlicher; nach einer Abklärung sind alle sehr zufrieden, denn Tim wird in keine Sonderschule besuchen müssen

September 2014:
Tim ist mit seiner Mama und seinem Bruder zur Kur an der Ostsee

Januar bis Mai 2016:
1 Sitzung pro Monat
Tim spricht jetzt sehr gut, er soll ab Sept. 2016 eingeschult werden. Er ist sehr gewachsen. In Begleitung seiner Mutter geht er zum Test für die Einschulung. Tim hört viele CD, damit er seinen Wortschatz erweitern kann und das Verständnis für die gehörte Sprache adäquat umsetzen lernt. Das 1. Schuljahr wird in einer kleineren Klasse gut bewältigt werden. Eltern und Lehrer stellen sich auf die Situation ein.
Tim ist sehr lebendig und kommt gerne in die Praxis. Er liegt still auf dem Tisch und schaut ruhig seine Bücher an. Seine Konzentrationsvermögen hat sich erheblich erhöht. Ab und zu ist er etwas sprunghaft. Während der Sitzung kommt er zur Ruhe und spürt, dass es ihm gut tut.
Auch seine Mama hat gelernt loszulassen. Während der Sitzung liegt sie bequem am Boden auf einer Decke und macht eine Ruhepause oder sie liest relaxt ein Buch.

2017: Tim hat das 1. Schuljahr gut in einer normalen Schule geschafft. Er geht gerne in die Schule aber am liebsten geht er auf den Bauernhof zu seinem "Opa Mais". Das war das 1. Wort, dass Tim in der Praxis bei Frau Huggel mit 3. Jahren gesprochen hat.
http://www.craniotherapie.ch,
www.craniosacraltherapie.blogspot.ch





Donnerstag, 2. August 2012

Cranio-Eltern, Schock nach Geburt, Schuldgefühle

Herr D. rief Frau Huggel an, weil seine Frau vor 14 Tagen eine kleine Tochter entbunden hat. Die Tochter wog über 4 kg und wurde per Saugglocke mit Hilfe einer PDA entbunden.  Leider fühlt sich Frau D. schuldig und etwas traurig, weil sie ihr Kind nicht in einem Geburtshaus ganz natürlich entbinden konnte.  Das kleine Töchterchen schläft nachts durch, was der jungen Familie Sorgen bereitet. Die Hebamme hatte geraten, das Kind unbedingt zu wecken, was Fam. D. nicht über das Herz brachte.

Hausbesuch: Frau D. klagte über Gefühllosigkeit in den Fingern ihrer rechten Hand. Das rechte Bein wurde nicht mehr warm. Frau D. hat für ihre Geburt eine PDA erhalten. Es wurde mehrfach eingestochen, was für Frau D. nicht angenehm war. Alles ging sehr schnell, aber beim Austritt aus dem Geburtskanal war die kleine Tochter mit den Schultern steckengeblieben. Es musste mit einer Saugglocke nachgeholfen werden. Das Baby war ganz apathisch und schlief durch, so dass ein Stillen fast unmöglich war. Die kleine Tochter war etwas im Schock. Frau D. war sehr betrübt, da sie sich von Herzen eine natürliche Geburt gewünscht hat. Sie sass vor Frau Huggel und hielt ihr Baby in den Armen. Irgendwie war die junge Mutter aus ihrem Zentrum geraten.
http://www.craniotherapie.ch

Empfehlung: Eine Hebamme vom UKBB hat Fam. D. zur Craniosacralen Osteopathie/Craniosacral-Therapie geraten. Der Papa fand Frau Huggel in Internet unter Babytherapie: 
http://www.craniosuisse.ch/de/p37000059.html

Frau Huggel behandelte Mutter/Kind mit peripheren Techniken der Craniosacralen Osteopathie, Craniosacral-Therapie. Langsam begann Frau D. zu entspannen und Tränen traten in ihre Augen. Das Baby wurde während der Behandlung vom Vater gehalten, der ebenfalls heisse Hände bekam. Immer mehr entspannten sich Mutter und Kind und Baby Laura fing an, sich zu räkeln und nahm mit kleinen Lauten Kontakt zu den Eltern auf.
Langsam bekam Frau D. ein besseres Körpergefühl. Sie fühlte wie Wärme in ihren Körper kam und Tränen füllten ihre Augen. Frau Huggel bestärkt die Mama in dem Gefühl, dass mit dem Baby alles in bester Ordnung sei und es jetzt viel schläft, weil es sich vom Schock erholen muss.

Ein Baby darf und muss viel gestreichelt und liebkost werden:
Während meiner Behandlung zeigt Frau Huggel der jungen Mutter wie sie ihre Angst ablegen darf, das Baby zu berühren. Sie dachte, dass es dem Baby schaden würde, wenn sie es berührt. Ein Baby, was ständig schläft muss aktiviert werden, ansonsten bekommt es zu wenig Nahrung körperlich/seelisch. Durch die Berührung bekommt es Appetit u. entwickelt sich. Jede Woche sollte ein Baby ca. 200 g zunehmen.  In der 6. - 8. Woche sowie in der 12. Woche hat das Baby einen besonderen Wachstumsschub und wird vermehrt schreien, damit es mehr Nahrung erhält. Frau D. wagt sich jetzt nach der Anleitung, ihr Baby zu berühren und zu streicheln. Beide Eltern haben es geniessen können, wie ihre kleine Tochter ganz entspannt vor ihnen lag. Ein erster Anfang ist gemacht und Vertrauen aufgebaut.
Hinweis: Sarah J. Buckley The Hidden Risks of Epidurals
Mothering, Nr. 133, November/Dezember 2005
Übersetzung und Glossar: Dr. Ulrike Walter-Lipow

aus: Stillzeit. Die Fachzeitschrift der AFS. 2/2006, S. 23-30

Schlussfolgerung
PDAs haben einen möglichen Nutzen, aber auch erhebliche Risiken für die Gebärende und ihr Baby. Diese Risiken sind in der medizinischen Fachliteratur gut belegt, werden der Gebärenden aber unter Umständen nicht mitgeteilt. Frauen, die keine PDA nutzen möchten, ist zu raten, sich Betreuer und Betreuungsmodelle zu suchen, die die Prinzipien und Praxis einer natürlichen und ungestörten Geburt fördern, unterstützen und verstehen.
http://www.craniotherapie.ch

Freitag, 25. Mai 2012

Periduralanästhesie (PDA) - versteckte Risiken


Die versteckten Risiken der Periduralanästhesie

PDAs (Periduralanästhesien) stellen eine häufig eingesetzte Maßnahme zur Schmerzlinderung unter der Geburt dar. Aber um welchen Preis? Eine führende australische Ärztin erörtert, wie dieser invasive Eingriff den Geburtsvorgang behindert und sowohl der Mutter als auch dem Baby schadet.
Der dieser Übersetzung zugrundeliegende Text wurde in überarbeiteter Form aus dem Buch Gentle Birth, Gentle Mothering: The wisdom and science of gentle choices in pregnancy, birth and parenting entnommen. Dr. Sarah J. Buckley ist Ärztin für Allgemeinmedizin / Familienmedizin, international geachtete Autorin zu den Themen Schwangerschaft, Geburt und Erziehung und Mutter von vier Kindern, die alle zuhause geboren wurden. Weitere Texte von ihr sind auf 
ihrer Homepage zu finden; dort ist auch ihr neuestes Buch erhältlich.

Der erste Einsatz einer PDA ist für das Jahr 1885 belegt, als der New Yorker Neurologe J. Leonard Coming Kokain in den Rücken eines Patienten injizierte, der unter „Rückenmarksschwäche und Spermainkontinenz“ litt.(1) Über ein Jahrhundert später sind PDAs die beliebteste Methode in der Analgesie (Schmerzstillung) in US-Kreißsälen geworden. Im Jahr 2002 gaben fast zwei Drittel der gebärenden Frauen, darunter 59 % der Frauen, die eine vaginale Geburt hatten, an, dass ihnen eine PDA verabreicht wurde;(2) in Kanada waren es 2001-2002 etwa die Hälfte aller vaginal Gebärenden,(3) und in Großbritannien erhielten 2003-2004 vor oder während der Entbindung 21 % der Frauen eine PDA.(4)
Bei einer PDA wird ein lokal wirksames Schmerzmittel (das vom Kokain abgeleitet ist) in den Periduralraum injiziert, also den Raum um die festen Häute (Dura) herum (peri), die das Rückenmark schützen. Eine konventionelle PDA betäubt oder blockiert sowohl die sensorischen als auch die motorischen Nerven ab ihrem Austritt aus dem Rückenmark. Dadurch kommt es zu einer sehr effektiven Schmerzstillung, aber die Empfängerin der PDA kann den unteren Teil ihres Körpers nicht mehr bewegen. In den vergangenen fünf bis zehn Jahren sind PDAs entwickelt worden, die geringere Konzentrationen lokal wirksamer anästhetischer Wirkstoffe enthalten, und solche, die Kombinationen aus Lokalanästhetika und Opiatschmerzmitteln (also Wirkstoffen, die dem Morphin und Meperidin ähneln) enthalten, um die motorische Blockade zu verringern. Daraus ergibt sich eine PDA, die das Umhergehen noch erlaubt. Auch die Spinalanästhesie wird während des Geburtsvorgangs immer häufiger eingesetzt, um für eine geringere motorische Blockade zu sorgen. Bei der Spinalanästhesie werden Arzneimittel direkt durch die Dura und in den Spinalraum (Subarachnoidalraum) injiziert. Sie sorgen nur für eine kurzfristige Analgesie. Um die schmerzstillende Wirkung für die Wehendauer zu verlängern, werden PDAs jetzt auch gleichzeitig mit einer Spinalanästhesie verabreicht.
PDAs und Spinalanästhesien bieten der gebärenden Frau die wirksamste Methode zur Schmerzlinderung, die derzeit verfügbar ist, und Frauen, die diese Analgetika verwendet haben, geben an, mit der Schmerzlinderung sehr zufrieden zu sein. Die Zufriedenheit mit der Schmerzlinderung entspricht jedoch nicht der Gesamtzufriedenheit mit der Geburt,(5) und PDAs werden mit wesentlichen Störungen des Geburtsvorgangs in Verbindung gebracht. Diese Störungen können letztlich die Freude und Zufriedenheit einer Frau an und mit dem Geburtsvorgang beeinträchtigen, und sie können ebenso die Sicherheit der Geburt für Mutter und Kind gefährden.

PDAs und die Geburtshormone
PDAs stören manche der wichtigen Hormone des Geburtsvorgangs ganz erheblich, wodurch sich möglicherweise ihre negative Wirkung auf die Wehenprozesse erklären lässt.(6) Wie die Weltgesundheitsorganisation anmerkt: „Die PDA ist eines der verblüffendsten Beispiele für die Medizinisierung einer normalen Geburt, durch die ein physiologischer Vorgang in einen medizinischen Eingriff verwandelt wird.“(7)
So ist beispielsweise das auch als Hormon der Liebe bekannte Oxytocin ein natürliches Uterotonikum – eine Substanz, die dazu führt, dass sich die Gebärmutter im Geburtsvorgang zusammenzieht. Eine PDA verringert die Oxytocinfreisetzung durch die Mutter(8) oder verhindert den normalen Anstieg während der Wehen.(9) Die Auswirkung einer Spinalanästhesie auf die Oxytocinfreisetzung ist sogar noch deutlicher.(10) PDAs verhindern auch den mütterlichen Spitzenausstoß von Oxytocin, der bei der Geburt auftritt,(11) wenn nämlich die Oxytocinkonzentration den höchsten Wert im gesamten Leben der Mutter erreicht. Dieser Höchstwert löst die letzten starken Wehenkontraktionen aus und verhilft Mutter und Baby dazu, sich bei der ersten Begegnung ineinander zu verlieben. Ein weiteres wichtiges uterotonisches Hormon, das Prostaglandin F2-alpha, ist ebenfalls bei Frauen vermindert, die eine PDA erhalten.(12)
Beta-Endorphin ist das Stresshormon, das sich während des natürlichen Geburtsverlaufs anreichert, um der Gebärenden dabei zu helfen, den Schmerz zu überwinden. Beta-Endorphin wird auch mit dem veränderten Bewusstseinszustand in Verbindung gebracht, der während des Geburtsvorgangs normal ist. Das Gefühl, „auf einem anderen Planeten“ zu sein, wie es von manchen beschrieben wird, hilft der werdenden Mutter dabei, instinktiv mit ihrem Körper und ihrem Baby zusammenzuarbeiten und dabei oft Bewegungen und Töne zu nutzen. PDAs verringern die Freisetzung von Beta-Endorphin bei der Gebärenden.(13, 14) Vielleicht spiegelt der weitverbreitete Einsatz von PDAs unsere Schwierigkeiten wider, Frauen in diesem veränderten Zustand zu unterstützen – und auch die Vorliebe unserer Kultur für stille und ergebene Gebärende.
Adrenalin und Noradrenalin (Epinephrin und Norepinephrin, zusammen als Catecholamine oder CA bezeichnet) werden ebenfalls unter Stressbedingungen freigesetzt, und ihre Konzentrationen steigen bei einer nicht medikamentös begleiteten Geburt natürlicherweise an.(15) Am Ende eines ungestörten Geburtsvorgangs verleiht ein natürlicher Anstieg dieser Hormone der Mutter die Energie, das Baby herauszupressen, und macht sie aufgeregt und wach für die erste Begegnung mit ihrem Baby. Dieser Anstieg ist als fetaler Ejektionsreflex bekannt.(16)
Durch sehr hohe CA-Konzentrationen wird die Geburt jedoch gehemmt, was eintreten kann, wenn die Gebärende Hunger oder Angst hat, friert oder sich unsicher fühlt.(17) Evolutionär gesehen ist das sinnvoll: Wenn die Mutter eine Gefahr ahnt, verlangsamen ihre Hormone den Geburtsvorgang oder unterbrechen ihn, so dass sie Zeit hat, einen sichereren Ort aufzusuchen.
PDAs verringern die CA-Freisetzung der Gebärenden, was hilfreich sein kann, wenn hohe Konzentrationen den Geburtsvorgang hemmen. Eine Reduktion des letzten CA-Ausstoßes jedoch trägt unter Umständen zu Schwierigkeiten bei, die Frauen, die mit einer PDA gebären, oft beim Herauspressen ihres Babys erleben. Das wiederum bedeutet ein höheres Risiko einer instrumentierten Geburt (mit Zange oder Saugglocke), was mit dem Gebrauch der PDA einhergeht (siehe unten).

Auswirkungen auf den Geburtsvorgang
PDAs verlangsamen die Wehen, möglicherweise durch die oben beschriebenen Auswirkungen auf die Oxytocinfreisetzung der Gebärenden. Es gibt jedoch auch Hinweise aus der Tierforschung, dass die in PDAs eingesetzten Lokalanästhetika möglicherweise durch eine direkte Auswirkung auf den Gebärmuttermuskel die Kontraktionen hemmen.(18) Im Durchschnitt ist die erste Phase der Geburt bei Frauen, die eine PDA nutzen, um 26 Minuten verlängert, und die zweite, die Austreibungsphase, ist 15 Minuten länger.(19) Auch der Wegfall des letzten Oxytocinschubs trägt wahrscheinlich zu dem doppelt so hohen Risiko einer instrumentierten Geburt – mit Saugglocke oder Zange – für Frauen bei, die eine PDA bekommen,(20) obwohl auch andere Mechanismen eine Rolle spielen können.
So betäubt beispielsweise die PDA auch die Beckenbodenmuskeln der Gebärenden, die wichtig sind, um den Kopf des Babys in eine für die Geburt günstige Position zu geleiten. Wenn eine PDA gelegt wurde, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Baby in den letzten Stadien der Wehen in Sternguckerlage (mit dem Gesicht nach oben) liegt, erhöht – laut einer Studie ist das bei 13 % der Geburten der Fall, bei Frauen ohne PDA bei 3 %.(21) Die Sternguckerlage verringert die Chance einer spontanen vaginalen Entbindung; in einer Studie erlebten nur 26 % der Erstgebärenden (und 57 % der erfahrenen Mütter) mit einem Baby in Sternguckerlage eine spontane vaginale Geburt, bei den übrigen kamen Instrumente (Zange oder Saugglocke) oder ein Kaiserschnitt zum Einsatz.(22)
Die Anästhesisten hatten gehofft, dass eine niedrig dosierte oder mit einer Rückenmarksbetäubung kombinierte PDA die Wahrscheinlichkeit einer instrumentierten Geburt senken würde, aber die Verbesserung scheint nur mäßig zu sein. In der sogenannten COMET-Studie (Comparative Obstetric Mobile Epidural Trial – Vergleichsstudie von nicht die Bewegung einschränkenden PDAs in der Geburtshilfe) erlebten 37 % der Frauen mit einer herkömmlichen PDA eine instrumentengestützte Geburt, im Vergleich zu 29 % der Frauen mit niedrig dosierter PDA und 28 % der Frauen, die eine PDA kombiniert mit einer Spinalanästhesie hatten.(23)
Eine instrumentell gestützte Geburt kann für das Baby das kurzfristige Risiko von Blutergüssen, Gesichtsverletzungen, Verlagerung der Schädelknochen und eines Kephalhämatoms (Bluterguss unter der Kopfhaut) vergrößern.(24) Das Risiko einer intrakranialen Hämorrhagie (Blutung im Gehirn) war in einer Studie bei durch Zangengeburt entbundenen Babys viermal so hoch wie bei spontan entbundenen Babys,(25) wenngleich zwei Studien keine nachweisbaren Entwicklungsunterschiede bei durch Zangengeburt entbundenen Kindern im Alter von fünf Jahren zeigten.(26, 27) Eine andere Studie ergab, dass bei Zangengeburten nach einer PDA die Kraft, die zur Entbindung von der assistierenden Person aufgewendet werden musste, fast doppelt so hoch war wie bei Zangengeburten ohne PDA.(28)
Durch eine PDA wird auch der Bedarf an Pitocin zur Wehenverstärkung erhöht, wahrscheinlich aufgrund der negativen Auswirkung auf die Oxytocinfreisetzung der Gebärenden selbst. Bei Frauen, die mit einer PDA gebären, wird fast dreimal so häufig Pitocin verabreicht wie bei Frauen ohne PDA.(29) Die Kombination von PDA und Pitocin, die beide zu Anomalien der fetalen Herzfrequenz führen können, die auf Fetaldistress hindeuten, erhöht deutlich das Risiko einer operativen Geburt (Zange, Saugglocke oder Kaiserschnitt). In einer australischen Erhebung erlebte etwa die Hälfte der Erstgebärenden, die sowohl eine PDA als auch Pitocin bekommen hatten, eine operative Entbindung.(30)
Die Auswirkung einer PDA auf das Kaiserschnittrisiko ist umstritten. Jüngere Übersichtsarbeiten kommen entweder zu dem Schluss, dass kein erhöhtes Risiko besteht(31) oder ein um 50 % erhöhtes Risiko.(32) Am bedeutendsten ist dieses Risiko wahrscheinlich für Frauen, die bei ihrem ersten Baby eine PDA erhalten.(33)
Es ist zu beachten, dass es sich bei den meisten der Studien, die zu diesen Schlussfolgerungen gelangen, um randomisierte kontrollierte Studien handelt, in denen den Frauen, die in die Teilnahme einwilligen, zufällig entweder eine PDA als Schmerzmittel oder eine andere schmerzlindernde Maßnahme (also keine PDA) zugewiesen wird. Bei der Schmerzlinderung durch andere Maßnahmen als eine PDA werden üblicherweise Opiate wie Meperidin (auch als Pethidin bekannt) verabreicht. Viele dieser Studien sind durch hohe Wechselraten mangelhaft – d.h. viele Frauen, die zufällig eine PDA zugewiesen bekamen, entschieden sich für andere Schmerzmittel und umgekehrt. Außerdem fehlen in diesen Studien echte Kontrollgruppen – also Frauen, die überhaupt keine Schmerzmittel nehmen –, so dass sie keine Aussagen darüber treffen können, welche Auswirkungen PDAs im Vergleich zu einer Geburt ohne Schmerzmittel haben.

PDA-Techniken und Nebenwirkungen
Die in einer Geburts-PDA eingesetzten Arzneimittel sind stark genug, um die untere Körperhälfte der Mutter zu betäuben und oft auch zu lähmen, so dass es nicht überrascht, dass es zu erheblichen Nebenwirkungen bei Mutter und Baby kommen kann. Diese Nebenwirkungen reichen von geringfügigen bis zu lebensbedrohlichen Auswirkungen und hängen in gewissem Maß von den eingesetzten Arzneimitteln ab.
Viele der unten aufgeführten PDA-Nebenwirkungen sind bei geringer dosierten, das Umhergehen erlaubenden PDAs nicht geringfügiger, da Frauen, die diese Methoden verwenden, dennoch eine erhebliche Gesamtdosis eines Lokalanästhetikums aufnehmen. Das gilt besonders, wenn kontinuierliche Infusionen oder von der Patientin gesteuerte Boli (große Einzeldosen) verwendet werden.(34) Die Zugabe von Opiatwirkstoffen zu PDAs oder mit Spinalanästhesien kombinierten PDAs kann zu weiteren Risiken für die Mutter wie Pruritus (Juckreiz) und Atemdepression führen (siehe unten).

Nebenwirkungen bei der Mutter
Die häufigste PDA-Nebenwirkung ist ein Abfall des Blutdrucks. Diese Wirkung ist fast universell. Ihr wird normalerweise durch die Verabreichung intravenöser Flüssigkeiten vor dem Legen einer PDA vorgebeugt. Selbst wenn dieses „Vorladen“ erfolgt, kann es bei bis zur Hälfte aller mit einer PDA gebärenden Frauen zu einem deutlichen Abfall des Blutdrucks (Hypotonie) kommen,(35, 36) insbesondere in den Minuten nach Verabreichen eines Arzneimittelbolus. Hypotonie kann zu Komplikationen führen, die von Schwächegefühlen bis zum Herzstillstand reichen,(37) und kann auch die Blutversorgung des Babys beeinträchtigen (siehe unten). Hypotonie kann mit noch mehr intravenös verabreichten Flüssigkeiten und in schweren Fällen auch mit Injektionen von Epinephrin (Adrenalin) behandelt werden.
Andere häufige Nebenwirkungen von PDAs sind unter anderem die Unfähigkeit, Wasser zu lassen (wodurch ein Urinkatheter erforderlich wird) bei bis zu zwei Dritteln der Frauen;(38) Hautjucken (Pruritus) bei bis zu zwei Dritteln der Frauen, die ein Opiat per PDA verabreicht bekommen;(39, 40) Schüttelfrost bei bis zu einer von drei Frauen;(41) allgemeine Betäubung bei etwa einer von fünf Frauen;(42) und Übelkeit und Erbrechen bei einer von zwanzig Frauen.(43)
PDAs können auch zu einem Anstieg der Körpertemperatur bei der Gebärenden führen. Ein Fieber von mehr als 38 °C während des Geburtsvorgangs ist insgesamt bei Frauen, die eine PDA bekommen, fünfmal so häufig wie bei Frauen ohne PDA.(44) Dieser Temperaturanstieg ist häufiger bei Erstgebärenden und ist deutlicher, je länger die PDA besteht.(45) So hatten beispielsweise in einer Studie 7 % der Erstgebärenden mit einer PDA nach sechs Stunden Fieber, und dieser Anteil stieg nach 18 Stunden auf 36 % an.(46) Mütterliches Fieber kann erhebliche Auswirkungen auf das Baby haben (siehe unten).
Opiatarzneimittel, insbesondere, wenn sie ins Rückenmark verabreicht werden, können zu unerwarteten Atemproblemen bei der Mutter führen, die Stunden nach der Geburt einsetzen und bis zum Atemstillstand führen können. Ein Autor merkt an, dass „Atemdepression eine der am meisten gefürchteten und am wenigsten vorhersehbaren Komplikationen von… intrathekalen [ins Rückenmark verabreichten] Opioiden bleibt.“(47)
Viele Beobachtungsstudien haben einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von PDAs und Blutungen nach der Geburt (postnatalen Hämorrhagien) ergeben.(48-53) So wurde in einer großen Studie in Großbritannien festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit einer postnatalen Hämorrhagie bei Frauen, die während der Wehentätigkeit eine PDA gehabt hatten, verdoppelt war.(54) Diese Statistik kann in Zusammenhang mit der Zunahme instrumentierter Geburten und perinataler Traumata stehen (was zu Blutungen führt) oder auch einige der oben angeführten hormonellen Störungen widerspiegeln.
Bei 10 bis 15 % aller Frauen ist die Schmerzlinderung durch eine PDA nicht zufriedenstellend,(55) und der PDA-Katheter muss bei etwa 5 % neu gelegt werden.(56) Bei etwa 1 % der Frauen durchsticht die PDA-Kanüle die Dura. Dadurch kommt es in der Regel zu starken Kopfschmerzen, die bis zu sechs Wochen anhalten können, sich aber durch eine Injektion in den Periduralraum behandeln lassen.(57, 58)
Schwerere Nebenwirkungen sind selten. Wenn PDA-Arzneimittel unbeabsichtigt in den Blutkreislauf injiziert werden, können Lokalanästhetika toxische Wirkungen wie verwaschene Sprache, Schläfrigkeit und bei hohen Dosen auch Krampfanfälle haben. Das tritt bei etwa einer von 2.800 gelegten PDAs auf.(59) Insgesamt kommt es bei etwa einer von 4.000 Frauen zu lebensbedrohlichen Reaktionen.(60-63) Todesfälle im Zusammenhang mit Geburtshilfe-PDAs sind sehr selten,(64) können jedoch durch Herz- oder Atemstillstand oder durch einen PDA-Abszess, der sich Tage oder Wochen später entwickeln kann, hervorgerufen werden.
Späte Komplikationen können unter anderem Schwäche und Taubheitsgefühle sein, die bei 4 bis 18 von 10.000 Frauen auftreten. Die meisten dieser Komplikationen gehen innerhalb von drei Monaten von alleine zurück.(65-69) Langfristige oder bleibende Probleme können aus Nervenschädigungen während des Legens der PDA erwachsen, sowie aus Abszessen oder Hämatomen (Blutgerinnseln), die das Rückenmark komprimieren können, und aus toxischen Reaktionen in den Rückenmarkshäuten, die zu Querschnittslähmung führen können.(70)

Nebenwirkungen beim Baby
Einige der bedeutendsten und gut dokumentierten Nebenwirkungen für das ungeborene Baby (den Fetus) und das Neugeborene leiten sich von Auswirkungen auf die Mutter ab. Dazu zählen, wie bereits oben erwähnt, die Auswirkungen auf das hormonelle Zusammenspiel, den Blutdruck und die Temperaturregulation. Außerdem können die Arzneimittelkonzentrationen im Fetus und im Neugeborenen sogar höhere Werte als in der Mutter erreichen,(71) wodurch es zu direkten toxischen Wirkungen kommen kann. So kann eine PDA beispielsweise eine Änderung der fetalen Herzfrequenz (FHF) bewirken, die darauf hindeutet, dass es dem ungeborenen Baby an Blut und Sauerstoff mangelt. Von dieser Auswirkung ist bekannt, dass sie kurz nach Verabreichen einer PDA (üblicherweise innerhalb der ersten 30 Minuten) eintritt, bis zu 20 Minuten andauern kann und besonders wahrscheinlich ist, wenn Opiatwirkstoffe über die PDA oder eine Spinalanästhesie verabreicht werden. Die meisten dieser FHF lassen sich ohne Behandlung durch eine Lageänderung beheben. In selteneren Fällen kann eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein.(72) Ausgeprägtere Änderungen und der durch sie angezeigte Fetaldistress können einen Notkaiserschnitt bedingen.
Man beachte auch, dass der Gebrauch von Opiatarzneimitteln für die Wehenanalgesie allgemein zu Anomalitäten der FHF führen kann. Dadurch ist es schwierig, die wahren Auswirkungen einer PDA auf die FHF zu bewerten, da in fast allen randomisierten Studien PDAs mit Meperidin oder anderen Opiatarzneimitteln verglichen werden. Ein Forscher merkt an, dass die Rückenlage möglicherweise erheblich zum Auftreten von Hypotonie und Anomalitäten der FHF beiträgt, wenn eine PDA gelegt wurde.(73) Ein anderer stellte fest, dass die Rückenlage (in Kombination mit einer PDA) mit einem erheblichen Rückgang der Sauerstoffversorgung des Gehirns des Babys (fetale zerebrale Oxygenierung) verbunden war.(74)
Das Baby kann auch von einem durch die PDA ausgelösten Anstieg der Körpertemperatur der Gebärenden betroffen sein. In einer großen Studie bei Erstgebärenden waren Babys von fiebernden Müttern, von denen 97 % eine PDA erhalten hatten, mit größerer Wahrscheinlichkeit in schlechtem Zustand (niedriger Apgar-Wert) als Babys von fieberfreien Müttern; sie hatten außerdem mit größerer Wahrscheinlichkeit einen schlechten Tonus und benötigten eine Wiederbelebung (11,5 % gegenüber 3 %) oder hatten Krampfanfälle in der Neugeborenenzeit.(75) Ein Forscher stellte einen zehnfachen Anstieg des Risikos für eine Neugeborenenenzephalopathie (Anzeichen von Hirnschäden) bei von fiebernden Müttern geborenen Babys fest.(76)
Mütterliches Fieber unter den Wehen kann auch zu direkten Problemen für das Neugeborene führen. Da Fieber ein Anzeichen einer die Gebärmutter betreffenden Infektion sein kann, werden Babys, die von fiebernden Müttern geboren werden, fast immer auf Anzeichen einer Infektion (Sepsis) untersucht. Die Sepsisuntersuchung bedingt eine längere Trennung von der Mutter, Aufnahme auf eine Intensivstation, invasive Tests und höchstwahrscheinlich die Gabe von Antibiotika, bis die Testergebnisse vorliegen. In einer Studie mit Erstgebärenden wurde bei 34 % der PDA-Babys eine Sepsisuntersuchung durchgeführt, im Vergleich zu 9,8 % der Nicht-PDA-Babys.(77)

Arzneimittel und Toxizität
Jedes Arzneimittel, das die Gebärende bekommt, wird durch die Plazenta an ihr Baby weitergegeben, das für toxische Wirkungen empfindlicher ist. Die maximalen Wirkungen sind am wahrscheinlichsten bei der Geburt und in den Stunden unmittelbar danach zu erwarten, wenn die Arzneimittelkonzentration am höchsten ist.
Es gibt wenige Studien zum Zustand von PDA-Babys bei der Geburt, und fast alle davon vergleichen Babys, die nach einer PDA geboren wurden, mit Babys, die unter der Geburt Opiatwirkstoffen ausgesetzt waren, von denen bekannt ist, dass sie schläfrig machen und Atemprobleme verursachen. Diese Studien ergeben kaum einen Unterschied zwischen PDA- und Nicht-PDA- (üblicherweise mit Opiatkontakt) Babys hinsichtlich Apgar-Wert und pH-Wert der Nabelschnur, die beide ein Maß für den Zustand des Babys bei der Geburt sind.(78) Es liegt jedoch eine Erhebung in einer großen Population aus Schweden vor, die ergab, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer PDA und einem niedrigen Apgar-Wert bei der Geburt besteht.(79)
Es gibt auch Berichte über eine Arzneimitteltoxizität bei Neugeborenen durch PDA-Wirkstoffe, insbesondere bei über eine PDA verabreichten Opiaten.(80) Die Neugeborenen-Opiattoxizität scheint bei höheren Dosierungsschemata wahrscheinlich zu sein, insbesondere bei solchen, bei denen die Mutter sich selbst zusätzliche Dosen verabreichen kann. Jedoch gibt es sehr große Unterschiede in der Empfindlichkeit der einzelnen Neugeborenen.(81)
Man muss bedenken, dass die Fähigkeit, Arzneimittel zu verarbeiten und auszuscheiden, bei Neugeborenen weit weniger ausgeprägt ist als bei Erwachsenen. So beträgt beispielsweise die Halbwertszeit (die Zeit, die es dauert, bis die Arzneimittelkonzentration im Blut halbiert ist) für das Lokalanästhetikum Bupivacain (Marcain) beim Neugeborenen 8,1 Stunden im Vergleich zu 2,7 Stunden bei der Mutter.(82) Außerdem spiegeln die Arzneimittelkonzentrationen im Blut möglicherweise die toxische Belastung des Babys nicht korrekt wieder, da Arzneimittel aus dem Blut in die Gewebe, z.B. in Gehirn und Leber, des Neugeborenen aufgenommen werden können,(83) aus denen sie langsamer wieder freigesetzt werden.(84)
In einer jüngeren Übersichtsarbeit wurden bei einer PDA ausgesetzten Babys auch höhere Gelbsuchtraten festgestellt. Dieses Ergebnis kann auf die vermehrten instrumentengestützten Entbindungen oder den häufigeren Gebrauch von Pitocin zurückzuführen sein.(85)

Auswirkungen auf das neurologische Verhalten
Die Auswirkungen von PDA-Arzneimitteln auf das neurologische Verhalten (Verhalten, das den Zustand des Gehirns widerspiegelt) sind umstritten. Ältere Studien, in denen Babys, die einer PDA ausgesetzt waren, mit Babys verglichen wurden, deren Mütter keine Arzneimittel erhalten hatten, zeigten signifikante Auswirkungen auf das neurologische Verhalten. Neuere Ergebnisse aus randomisierten kontrollierten Studien (die, wie bereits angemerkt, Neugeborene nach PDA- und nach Opiatkontakt miteinander verglichen) zeigten dagegen keine Unterschiede. Die älteren Studien verwendeten jedoch den umfassenderen (und schwieriger durchzuführenden) Test nach Brazelton (Brazelton Neonatal Behavioral Assessment Score, NBAS, von Kinderärzten entwickelt), wogegen jüngere Tests weniger komplexe Untersuchungen umfassen, insbesondere den von Anästhesisten entwickelten NACS (Neurologic and Adaptive Capacity Score), der alle Daten in einer einzigen Zahl zusammenfasst und als unempfindlich und unzuverlässig kritisiert worden ist.(86-88)
So stellen beispielsweise alle drei Studien, die einer PDA ausgesetzte Babys mit nicht mit Arzneimitteln in Kontakt gekommenen Babys verglichen und den NBAS verwendeten, signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen fest:(89)
Ann Murray et al. verglichen 15 nicht mit Arzneimitteln in Kontakt gekommene mit 40 einer PDA ausgesetzten Babys und stellten fest, dass die PDA-Babys auch nach fünf Tagen noch einen deutlich niedrigeren NBAS-Wert hatten, verbunden insbesondere mit Problemen, ihren Zustand zu regulieren. Zwanzig Babys, deren Mütter zusätzlich zu der PDA auch Oxytocin erhalten hatten, zeigten sogar noch niedrigere NBAS-Werte, die möglicherweise durch die in dieser Gruppe höhere Gelbsuchtsrate zu erklären sind. Nach einem Monat bewerteten PDA-Mütter ihre Babys als „weniger anpassungsfähig, angespannter und anstrengender in ihrem Verhalten.“ Diese Unterschiede ließen sich nicht durch die schwierigeren Entbindungen und anschließenden Trennungen von Mutter und Kind erklären, die mit PDAs einhergingen.(90)
Carol Sepkoski et al. verglichen 20 PDA-Babys mit 20 nicht mit Arzneimitteln in Kontakt gekommenen Babys und stellten im ersten Lebensmonat weniger Wachheit und ein geringeres Orientierungsvermögen fest. Die PDA-Mütter verbrachten im Krankenhaus weniger Zeit mit ihren Babys, und zwar in direkter Relation zur verabreichten Gesamtdosis Bupivacain.(91)
Deborah Rosenblatt et al. untersuchten PDA-Babys sechs Wochen lang mit dem NBAS-Test und stellten die stärkste Absenkung des Wertes am ersten Tag fest. Obwohl es zu einer gewissen Erholung kam, weinten die PDA-Babys nach drei Tagen immer noch leichter und öfter, und Aspekte dieses Problems („Regulierung des Zustands“) blieben die ganzen sechs Wochen über bestehen.(92)
Obwohl diese älteren Studien mit herkömmlichen PDAs durchgeführt wurden, war die den Müttern verabreichte Gesamtdosis Bupivacain (in diesen Studien betrugen die Mittelwerte 61,6 mg, 112,7 mg bzw. 119,8 mg) in etwa vergleichbar mit denen aus jüngeren Niederdosisstudien (z.B. 67,5 mg, 91,1 mg und 101,1 mg).(93-98)
Diese Studien zum neurologischen Verhalten betonen die mögliche Auswirkung von PDAs auf Neugeborene und auf die sich entwickelnde Beziehung zwischen Mutter und Säugling. In ihren Schlussfolgerungen zeigen sich die Forscherinnen besorgt über „die Bedeutung der ersten Begegnung mit einem desorganisierten Baby für die Ausbildung mütterlicher Erwartungen und interaktiver Stile.“(99)

Tierstudien
Tierstudien deuten darauf hin, dass die oben beschriebene Störung der mütterlichen Hormone durch PDAs auch zu Schwierigkeiten zwischen Mutter und Säugling beitragen können. Forscher, die gebärenden Schafen eine PDA verabreichten, stellten fest, dass die so behandelten Mutterschafe Schwierigkeiten hatten, eine Bindung zu ihren neugeborenen Lämmern aufzubauen, und zwar insbesondere Mutterschafe, die zum ersten Mal lammten und die PDA im frühen Wehenstadium bekommen hatten.(100)
Es gibt keine Langzeitstudien zu den Auswirkungen der PDA auf den betroffenen menschlichen Nachwuchs. Studien, die an einigen unserer nächsten tierischen Verwandten durchgeführt wurden, geben jedoch Anlass zur Besorgnis. M. S. Gloub et al. verabreichten schwangeren Rhesusaffen am Ende der Schwangerschaft Bupivacain durch eine PDA und beobachteten die Entwicklung der betroffenen Nachkommen bis zum Alter von 12 Monaten (was etwa vier Jahren in der menschlichen Entwicklung entspricht). Sie stellte fest, dass das Erreichen von Entwicklungsmeilensteinen bei diesen Affen nicht normal verlief: Im Alter von sechs bis acht Wochen fingen sie nur langsam an, feinmotorische Fertigkeiten zu entwickeln, und im Alter von 10 Monaten war das normalerweise auftretende „motorisch gestörte Verhalten“ verlängert.(101) Die Autorin schließt daraus, dass „diese Wirkungen ein Ergebnis der Auswirkungen auf störbare Prozesse im Gehirn während einer empfindlichen Phase sein könnten, oder der Störung der Programmierung der Gehirnentwicklung durch exogene (äußere) Wirkstoffe, oder der Veränderung des frühen Erlebens.“(102)

Stillen
Wie beim neurologischen Verhalten sind auch die Auswirkungen auf das Stillen nur schlecht untersucht. Außerdem geben jüngere randomisierte kontrollierte Studien, in denen der Kontakt mit einer PDA mit dem mit Opiatarzneimitteln verglichen wird, einen besonders irreführenden Eindruck, da Opiate einen anerkannt negativen Effekt auf das frühe Stillverhalten und den Stillerfolg haben.(103-107)
PDAs können sich über verschiedene Mechanismen auf Stillerfahrung und -erfolg auswirken. Erstens kann das der PDA ausgesetzte Baby Anomalien des neurologischen Verhaltens aufweisen, die durch den Kontakt mit dem Arzneimittel bedingt und in den Stunden nach der Geburt am stärksten ausgeprägt sind, also in der Zeit, die sehr wichtig für den Beginn des Stillens ist. Jüngere Forschungsarbeiten haben gezeigt (was eigentlich offensichtlich ist), dass das Stillen umso besser bewertet wird, je höher der Wert für das neurologische Verhalten des Säuglings ist.(108)
In einer weiteren Studie waren die Stillfähigkeiten des Babys, die mit dem Infant Breastfeeding Assessment Tool (IBFAT) gemessen wurden, bei arzneimittelfrei geborenen Babys am größten, geringer bei Babys, die einer PDA oder intravenösen Opiaten ausgesetzt waren, und am geringsten bei Babys, die mit beidem Kontakt hatten. Säuglinge, die hier niedrigere Werte hatten, wurden früher abgestillt, obwohl in allen Gruppen ähnlich viele Kinder nach sechs Wochen noch gestillt wurden.(109) Andere Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass Babys, die einer PDA oder einer Spinalanästhesie ausgesetzt waren, im Krankenhaus eher an Gewicht verloren, was auf eine schlechte Stilleffizienz hindeuten kann.(110) Eine weitere Untersuchung hat Hinweise darauf ergeben, dass das Stillverhalten und die NACS-Werte von Neugeborenen bei ultraniedrig dosierter PDA normal sein können, doch selbst in dieser Studie wiesen Babys mit einer höheren Arzneimittelkonzentration nach zwei Stunden geringere NACS-Werte auf.(111)
Zweitens kann die PDA die frisch entbundene Mutter beeinträchtigen und so das Stillen erschweren. Diese Situation ist wahrscheinlich, wenn sie einen langen Geburtsverlauf, eine instrumentengestützte Entbindung oder eine Trennung von ihrem Baby erlebt – Ereignisse, die nach einer PDA wahrscheinlicher sind. Auch Störungen im Hormonhaushalt können dazu beitragen, da Oxytocin ein wichtiges Hormon für das Stillen ist.
In einer Studie wurde festgestellt, dass nach einer PDA geborene Babys mit geringerer Wahrscheinlichkeit noch bei der Krankenhausentlassung gestillt wurden; dieses Risiko bestand insbesondere für PDA-Mütter, deren Babys nicht innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt gestillt wurden.(112) Eine finnische Erhebung stellte fest, dass 67 % der Frauen, die unter den Wehen eine PDA erhalten hatten, angaben, in den ersten 12 Wochen teilweise oder ganz künstliche Säuglingsnahrung gefüttert zu haben; bei den Nicht-PDA-Müttern waren es 29 %. Die Mütter mit einer PDA gaben auch mit größerer Wahrscheinlichkeit an, „nicht genug Milch“ zu haben.(113)
Zwei schwedische Forschungsgruppen haben sich mit dem subtilen, aber komplexen Still- und Vorstillverhalten von nicht mit Arzneimitteln in Kontakt gekommenen Neugeborenen befasst. Eine Gruppe hat dokumentiert, dass ein Neugeborenes, das Haut an Haut auf den Bauch der Mutter gelegt wird, hochkrabbeln, die Brustwarze finden und sich selbst anlegen kann.(114) Neugeborene, die während der Wehen mit Opiaten in Kontakt kommen oder nach der Geburt kurzfristig von der Mutter getrennt werden, verlieren diese Fähigkeit weitgehend. Die andere schwedische Gruppe stellte fest, dass Neugeborene, die während der Wehen einer Form der Analgesie ausgesetzt waren (in den meisten Fällen Opiate, aber auch einige PDAs), ebenfalls in ihrem Vorstillverhalten – Kneten und Lecken der Brustwarze, Saugen an der Hand – im Vergleich zu nicht mit Arzneimitteln in Kontakt gekommenen Neugeborenen desorganisiert waren.(115)

Zufriedenheit mit der Geburt
Geburtshelfer sind lange davon ausgegangen, dass das Hauptanliegen der Gebärenden die Schmerzstillung ist, und dass eine effektive Schmerzstillung ein positives Geburtserlebnis garantiert. Es gibt aber Hinweise darauf, dass gerade das Gegenteil zutreffend ist. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Frauen, die keine Schmerzmittel während der Wehen verwenden, am zufriedensten mit der Geburt zum Zeitpunkt der Geburt,(116) sechs Wochen danach(117) und ein Jahr danach(118) sind. Bei einer Erhebung in Großbritannien mit 1.000 Frauen nannten diejenigen, die eine PDA bekommen hatten, die besten Ergebnisse für die Schmerzstillung, aber gaben die geringste Zufriedenheit mit der Geburt an, was wahrscheinlich auf die höheren Raten der Eingriffe zurückzuführen ist.
Abschließend ist anzumerken, dass es in großem Maße die entsprechende Vorliebe der betreuenden Personen ist, die über den Gebrauch von PDAs und anderen medizinischen Verfahren bei Gebärenden entscheidet. Eine Studie stellte fest, dass Frauen, die vom Hausarzt betreut wurden und durchschnittlich weniger PDAs erhielten als andere Frauen, auch weniger wahrscheinlich an einen Wehenschreiber angeschlossen wurden, Pitocin erhielten, per Kaiserschnitt entbunden wurden und dass ihre Babys mit geringerer Wahrscheinlichkeit auf die Neugeborenenintensivstation mussten.(119)

Schlussfolgerung
PDAs haben einen möglichen Nutzen, aber auch erhebliche Risiken für die Gebärende und ihr Baby. Diese Risiken sind in der medizinischen Fachliteratur gut belegt, werden der Gebärenden aber unter Umständen nicht mitgeteilt. Frauen, die keine PDA nutzen möchten, ist zu raten, sich Betreuer und Betreuungsmodelle zu suchen, die die Prinzipien und Praxis einer natürlichen und ungestörten Geburt fördern, unterstützen und verstehen.

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Glossar
Apgar-Wert - Zahl zur Kennzeichnung des Zustandes eines Neugeborenen während der ersten Lebensstunden. Bewertet werden Hautfarbe, Atembewegungen, Herzfrequenz, Muskeltonus, Antwort auf bestimmte Reize.
Atemdepression - Verminderung der Atemfrequenz
Dura - harte Rückenmarkshaut
et al. - et alia, Latein für „und andere“, übliche Abkürzung für mehrere Autoren von wissenschaftlichen Arbeiten
Fetaldistress - zusammenfassende Bez. für die Gefährdungen, die dem Fetus bzw. Neugeborenen vor, während und nach der Geburt drohen, insbesondere ein Sauerstoffmangel unter der Geburt
invasiv - in den Körper eindringend, eingreifend
Lokalanästhetikum - Mittel zur örtlichen Betäubung
motorische Blockade - Betäubung der motorischen Nerven, die dazu führt, dass Muskeln nicht mehr bewegt werden können
motorische Nerven - Nerven, die für die Weiterleitung von „Befehlen“ an die Muskeln zuständig sind
perinatales Trauma - Verletzung, die um die Geburt herum auftritt
pH-Wert - gibt den Säuregrad einer Substanz an
Pitocin - künstliches Oxytocin
randomisierte kontrollierte Studie - Studie, in der ein Arzneimittel oder medizinisches Verfahren untersucht wird, indem zwei Gruppen von Probanden das Mittel/Verfahren zufällig verabreicht oder nicht verabreicht wird. Die Gruppe, die das Arzneimittel/Verfahren nicht erhält, ist die Kontrollgruppe.
sensorische Nerven - Nerven, die für die Weiterleitung wahrgenommener Reize, z.B. das Fühlen zuständig sind
signifikant - „bedeutend, wesentlich“ - in diesem Text im Sinne von statistisch signifikant gebraucht, d.h., dass die als signifikant bezeichnete Tatsache statistisch abgesichert ist
Subarachnoidalraum - der zwischen weicher Rückenmarkshaut und Spinngewebshaut liegende, mit Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit gefüllte Raum
Tonus - Spannungszustand (z.B. der Muskulatur)
Urinkatheter - Schlauch zum Abführen von Urin aus der Blase

Sarah J. Buckley The Hidden Risks of Epidurals
Mothering, Nr. 133, November/Dezember 2005
Übersetzung und Glossar: Dr. Ulrike Walter-Lipow

aus: Stillzeit. Die Fachzeitschrift der AFS. 2/2006, S. 23-30

Samstag, 19. Mai 2012

Cranio-Baby-Asymmetrie, rechts fixiert




Frau M. kam mit Roberto im 02/2012 in der 6. Woche in die Praxis von Frau Huggel. Durch einen überraschenden Notkaiserschnitt im Spital erlebte sie sehr viel Aufregung. In den ersten Tagen konnte sie ihr Kind gar nicht so richtig lieben. Sie stand am Wickeltisch und wusste nicht so recht, was sie tun sollte. Sie war richtig abwesend. Es kam ihr vor, als wäre sie in einen Nebel gehüllt. 

Die Hebamme hatte ihr empfohlen, in eine Sprechstunde zur Craniosacralen Osteopathie zu gehen. Frau Huggel arbeitet mit Mutter und Kind und schenkt der Anbindung besonders viel Aufmerksamkeit.  Dabei schilderte die junge Mutter emotional ihre Eindrücke.
Frau M. hatte Probleme mit dem Stillrhythmus. 
10. Woche: Roberto schläft  5-6 Stunden durch. 
12. Woche: Der kleine Bub hat etwas wenig Gewicht. Frau M. muss Roberto zum Stillen wecken, weil er sonst die Stillzeit verschläft. 

frühkindliche Asymmetrie: Frau M. erhält Lage-Instruktionen, die jeden Tag alternierend beim Kind anzuwenden sind. Bei der Nachkontrolle wird festgestellt, dass die Linkslage noch zu wenig entwickelt ist  (linkes Auge folgte der Bewegung nicht). Nach der Behandlung trinkt Roberto sehr gut.  


3.5 Monate:  Roberto schläft durch. Roberto ist ein fröhliches Kind. Der kleine Bub lacht Frau Huggel an und ist sehr zufrieden. Alle Lage-Instruktionen müssen gefördert werden, damit der kleine Bub eine symmetrische Mittellage einnehmen kann. Frau Huggel zeigt Frau M. verschiedene Griffe zur Förderung der Beweglichkeit. 

18 Wochen: Roberto geht es sehr gut. Seine Eltern haben alle Instruktionen gut angewendet und sich täglich mit ihrem Sonnenschein beschäftigt. Roberto liegt jetzt symmetrisch und hat die besten Voraussetzungen für das Drehen nach rechts und links. Frau Huggel lobt den kleinen Roberto und Roberto babelt ganz lustig. Er ist ein richtiger „Wonneproppen“. Die Eltern sind sehr glücklich und dankbar für die Behandlung:

  1. liebe Frau Huggel, am motag 7.5. war ich bei der Kinderärztin und wir haben die zweite impfung gemacht. auch dieses mal hat er sie gut vertragen. sein gewicht war: 6750 g und die länge 63.5 cm. ich grüsse sie herzlich und wünsche ihnen eine tolle zeit, vielen dank für alles....e. m. aus Basel-Land





Freitag, 18. Mai 2012

Hämatom Kopf Baby

Romy kam mit ihrer Mutter am 10. Tag in die Praxis. Sie hatte ein spürbares Hämatom am Hinterhaupt und eine leichte frühkindliche Asymmetrie nach rechts. Frau M. klagte über die neue Fallpauschale im UKBB. Die ärztliche Behandlung war sehr gut, jedoch auf der Station war es eher schlecht und sie kam sich vernachlässigt vor. Nach drei Tagen wurde sie entlassen, obwohl sie noch Ruhe und Anpassung benötigt hätte. Sie hatte eine Spontangeburt mit walking-PDA. Die kleine Tochter wurde mit der    Saugglocke geboren. Danach hatte das Töchterchen eine Gelbsucht, die nach Behandlung mit Sonne ausheilte. Nach der Geburt zitterte Frau M. sehr. Es ging ihr einfach nicht gut. Alles war zu überlaufen im UKBB und die Schwestern hatten keine Zeit. Sie fühlte sich völlig allein gelassen und die Kleine hat in den nächsten Tagen extrem abgenommen.
Frau M. wirkte etwas traurig und sorgenvoll, jedoch sie ging gut in Interaktion mit dem Töchterchen. Ich behandelte die kleine Sina am Hinterhaupt und gab die Empfehlung, jeden Tag etwas Arnika-Öl einzustreichen bzw. das Kind am Schädel zu halten.
Romy hatte eine gute Verdauung und die nächtlichen Stillzeiten alle 3-4 Stunden waren gut.
Ich gab Frau M. Lageinstruktionen für die frühlkindliche Asymmetrie mit.
In der zweiten Sitzung hatte sich das Hämatom schon sehr zurückgebildet.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Cranio-Baby, Baby-Sectio-mama-trauma, osteopathie-baby-praxis-huggel



Frau G. hat nach einer Not-Sectio ihren Sohn David entbunden. Alles kam ganz schnell und völlig überraschend. David hatte schwache Herztöne und die Ärzte im UKBB schlugen einen Kaiserschnitt vor. Störend und aufregend war, dass auf der Entbindungsstation sehr viel neue Zugänge waren und Hecktick herrschte. Diese Unruhe und der Blick auf blutige Schürzen versetzte die Eltern in einen Schock. Nach einer Weile hatten sich die Herztöne wieder eingestellt. Trotzdem  und zur Vorsicht entschied man sich zu diesem starken Eingriff.
Nach der Sectio bekamen die Eltern das Kind kurz zu sehen und es wurden alle Funktionen überprüft. Die Mutter merkte jedoch, dass sie irgendwie wie im Nebel war und gar nicht richtig wahrnehmen konnte, was geschehen ist. Der kleine David entwickelte sich und das Stillen ging gut.

David lag still im Körbchen und hatte nach 6 Wochen schon einen 4-Stunden-Rhythmus beim Trinken. Abends meldete er sich leise mit etwas Schreien. Frau G. spürte wie sie vor dem Wickeltisch stand und mit den Gedanken ganz woanders war. Ihre Feinfühligkeit war beeinträchtigt. Es war für beide Eltern schwer, nach dem Eingriff und dem Schock, den Vater und Mutter erlitten hatten, sich aufzufangen und den kleinen David lieb zu haben. Es lag da ein fremdes Kind vor ihnen. Irgendwie mussten sie sich erst daran gewöhnen. Nach drei Wochen merkten sie, wie ihre Liebe für das Kind erwachte.
Eine liebe Bekannte riet Frau G. in die Praxis zu einer craniosacralen Osteopathin/CST-Therapeutin zu gehen.

Praxis CSO/CST: Frau G. betrat meine Praxis und David schlief fest im Transportkörbli. In einer kurzen Anamnese erfuhr ich wie es dem jungen Paar ergangen ist. Die Mutter schilderte mir sehr gut ihren Zustand, den die Pädiater im Bethesda-Spital Basel an Hand einer Studie wie folgt aufzeigen:

Studie Bethesda-Spital Basel:
Babys haben ein feines Gespür, ob ihre primären Lebensbedürfnisse nach Halt, Körperkontakt und sozialer Eingebundenheit beantwortet werden. Wenn Signale nicht richtig interpretiert werden, entsteht eine Bindungsunsicherheit. Die Trennung von der Mutter bewirkt akut ein Umschalten auf Bindungssuche. Eine sicher Bindung ist nicht nur für die emotionale, sondern auch für die kognitive Entwicklung wichtig. Das beginnt bereits in der Schwangerschaft:
Stress über Überbelastung der Mutter im Geburts-Saal oder in Vorbereitung einer Geburt haben messbare Folgen für die motorische und sprachliche Entwicklung des Kindes. Deshalb müssen wir den kontinuierlichen, lang anhaltenden Hautkontakt also das Kängeruhen fördern - am besten auf dem nackten Körper durch Mutter und Vater - oder im Tragsäckli zusätzlich später. Ein Neugeborenes mit Kleidern produziert weniger Oxytocin, deshalb muss der Hautkontakt auch später durch Wärme, leichtem Druck und Streichelbewegungen aktiviert werden. Das innige Zusammensein von Mutter und Vater helfen dem Kind wiederholte Ruhephasen zu durchleben und den Geburtsstress zu verarbeiten. Der Hautkontakt vermittelte wechselseitige Vorgänge bei Mutter und Kind und die Mutter beginnt, die Sprache des Kindes zu verstehen, indem sie eine primitive Form des Nachsprechens (Babeln)  vornehmen wird.

Physiologischer Hintergrund: Das im Hypothalamus produzierte Nonapeptid Ocytocin ist für die Regulation komplexe sozialer Verhaltensweisen wie Bindung und elterliche Fürsorge verantwortlich. Es wird bei einer Spontangeburt durch die Wehen ausgeschüttet und gefördert, wenn das Kind sofort nach der Geburt auf den nackten Körper von der Mutter gelegt wird.  Oxytocine Neuronen projizieren in Gehirnareale, welche unter anderem für die Bereiche Angststeuerung, Belohnung und soziale Interaktion, Gemütslage und für den Tonus im autonomen Nervensystem mitverantwortlich sind. Infolge der Oxytocin-Ausschüttung (die auch in Gang kommt, wenn die Mutter das Kind sieht, hört und riecht) steigt die Brusttemperatur. Die Mutter beginnt mit dem Kind zu interagieren und zu kommunizieren in vom Form von babeln, sprechen, singen. Sie macht automatisch Töne und Laute des Babys nach, was das Baby in seiner Sprachentwicklung und Vernetzung der Gehirnareale fördert. Es entwickelt Freude und ein Lächeln kommt zurück. Es gähnt und entspannt sich. (Quelle: Windström et al. 1987; Matthiesen et al. 2001; Bystrova et al. 2007). Quelle: Dr. med. Cyril Lüdin, Praxispädiater, Muttenz und Bethesda-Spital Basel

Davids Mutter sprach darüber, dass es ihr schwer fällt, mit dem Baby in Interaktion zu gehen, weil sie Hemmungen hat. Ich habe sie ermutigt, dass wir das zusammen üben werden. Während ich so zu ihr sprach, bekam sie in ihrem Uterus eine gute Reaktion. Frau G. war ganz erstaunt darüber.
Wir haben probiert, mit dem Baby zu sprechen und das Baby hat wohlig gegähnt und seine Mutter aktiviert. Sie bekam Durst und gleichzeitig bekam das Baby Durst und trank aus vollen Zügen. Wir haben das Stillen in Seitlage probiert, damit die Mutter eine neue Variante lernen kann, die es ihr zu Hause ermöglicht, besser zu entspannen. Während diesem Vorgang konnte ich David behandeln und er konnte einen Teil seiner Geburtsanspannung loswerden. Ich gab Frau G. noch Instruktionen für die Entwicklung des Kindes, die sie gerne angenommen hat.

Montag, 23. Januar 2012

Hüft-Beugeschienen/Hüftdysplasie beidseitig, Alina 9. Woche

Frau G. kam in meine Praxis, weil ihr Töchterchen seit Anprobe der Hüft-Beugeschiene am Tag und in der Nacht schreit. Weiterhin hatte Alina einen Nabelbruch. Sie kam als Beckenendlage per Kaiserschnitt auf die Welt. Frau G. war sehr aufgeregt, denn sie spürte, dass Alina grosse Probleme hat, sich an diese Schiene zu gewöhnen.
Die Hüft-Beugeschiene wird bei Hüftdysplasie vom Kinderarzt oder Orthopäden verordnet. Dabei wird vorher der Winkel der Hüfte gemessen und der Reifegrad bestimmt. Diese Hüft-Beugeschienen ohne Beckenfassung beötigen allerdings zur generellen Funktion einen Schultergurt, mit dessen Hilfe die Beine des Kindes in einer relativ ausgeprägten Beugestellung gehalten werden. Aktivere Säuglinge können sich aber durch die Einschränkung der Schulterregion mittels Schultergut beengt fühlen. Sie können durch den Spreizsteg, der sich zwischen den Beinen befindet, schwierig zu tragen und nicht ganz einfach zu halten sein.
Frau G. fühlt sich schuldig, dass Alina dieses Gestell tragen muss und ich begleite Frau G. mit ihren Gedanken und Gefühlen. Sie möchte gerne ihr Kind an der Brust legen und tragen, was jedoch durch das Gestell sehr hinderlich ist.
Bei Betrachtung des Beckens von Alina fällt mir auf, dass die rechte Beckenseite nach oben verzogen ist und das Kind eine Tendenz hat, den Kopf nach links zu fixieren. Ausserdem stelle ich einen Stau in den Nieren fest, die sich kalt anfühlen. Nach Befreiung der Fixierung streckt sich Alina und wird während der Behandlung ruhig.
Ich behandle die Becknorgane/Becken mit CSO/CST. Ich gebe Instruktionen, wie die Mutter das Kind zu Hause lagern darf, damit es nicht einseitig auf dem Rücken liegen muss.
Bei der nächsten Kontrolle beim Kinderarzt wird der Familie mitgeteilt, dass die Hüften in Ordnung seien. Daraufhin wird das Gestell abgelegt und Alina wird auch nicht mehr breit gewickelt. Das Kind schläft nachts wieder ruhiger und der Nabelbruch kann abheilen.
Ich rate der Mutter, eine Zweitmeinung einzuholen. Nach Einholung einer Zweitmeinung vom orthopädischen Kinderarzt UKBB bekommt die Mutter die Empfehlung, das Hüftgestell wieder anzulegen. Sie bekommt einen Schreck, als der Orthopäde mitteilt, dass ihr Kind in einen Gips müsste, wenn die Hüfte nicht in Ordnung kommt.
Alina schreit wieder sehr plötzlich und unvorbereitet und man sieht, dass sie sich nicht richtig bewegen kann und auch nicht gut verdauen in ihrem engen Gestell. Ihre Arme werden durch den Zug der Träger nach unten gedrückt.
3. Sitzung: Grossmutter und Mutter kommen mit Alina in die Praxis. Die Grossmutter sieht, dass Alina leidet. Sie nimmt das Gestell ab und Alina kann sich richtig strecken. Sie geniesst diese Minuten. Wir behandeln mit Craniosacraler Therapie/CSO das Becken und den Körper. Alina wird ruhiger.
Wir finden einen Weg, wie wir Alina Minuten und Stunden der Entspannung gönnen und gleichzeitig die Weisung des Arztes befolgen. Die Mutter wickelt das Kind breit und trägt es nach Aussage professionell im Tragtuch. Sie legt die Beugeschiene an, so dass ein guter Ausgleich und Wechsel erfolgt.
3. Sitzung: Alina ist jetzt 4 Monate. Sie hat sich an die Beugeschiene gewöhnt. Sie kann durch die eingeschränkte Lage auf Grund der Fixierung das Köpfchen in Bauchlage nicht heben. Sie hat einen kleinen Entwicklungs-Rückschritt. Ich zeige Frau G. wie sie ihr Kind in Bauchlage motivieren kann, dass Köpfchen zu heben und gebe ihr Instruktionen zur Haltearbeit am Kind.
Bei diesen Instruktionen stellt Frau G. fest, dass der Oberkörper richtig steif ist und Alina Widerstand gegen die Haltearbeit leistet. Nach kurzen Minuten hebt das Kind jedoch ihr Köpfchen hoch und babelt freudig. Das gibt Frau G. Mut, die Instruktionen 6-8 in kurzen Sequenzen zu Hause durchzuführen. Alina ist richtig gut durchblutet und müde. Sie trinkt anschliessend sehr viel und gut. Entspannt gehen Mutter und Töchterchen nach Hause.