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Donnerstag, 2. August 2012

Cranio, Schock nach Geburt

Herr D. rief mich an, weil seine Frau vor 14 Tagen eine kleine Tochter entbunden hat. Die Tochter wog über 4 kg und wurde per Saugglocke mit Hilfe einer PDA entbunden.  Leider fühlt sich Frau D. schuldig und etwas traurig, weil sie ihr Kind nicht in einem Geburtshaus ganz natürlich entbinden konnte.  Das kleine Töchterchen schläft nachts durch, was der jungen Familie Sorgen bereitet. Die Hebamme hatte geraten, das Kind unbedingt zu wecken, was Fam. D. nicht über das Herz brachte.

Hausbesuch: Frau D. klagte über Gefühllosigkeit in den Fingern ihrer rechten Hand. Das rechte Bein wurde nicht mehr warm. Frau D. hat für ihre Geburt eine PDA erhalten. Es wurde mehrfach eingestochen, was für Frau D. nicht angenehm war. Alles ging sehr schnell, aber beim Austritt aus dem Geburtskanal war die kleine Tochter mit den Schultern steckengeblieben. So musste mit einer Saugglocke nachgeholfen werden. Das Baby war ganz apathisch und schlief durch, so dass ein Stillen fast unmöglich war. Die kleine Tochter war etwas im Schock. Frau D. war sehr betrübt, da sie sich von Herzen eine natürliche Geburt gewünscht hat. Sie sass vor mir und hielt ihr Baby in den Armen. Irgendwie war die junge Mutter aus ihrem Zentrum geraten.
http://www.craniotherapie.ch

Empfehlung: Eine Hebamme vom UKBB hat Fam. D. zur Craniosacralen Osteopathie/Craniosacral-Therapie geraten. Der Papa fand mich in Internet unter Babytherapie: http://www.craniosuisse.ch/de/p37000057.htmlhttp://www.craniosuisse.ch/de/p37000059.html
Ich behandelte die Mutter und Kind mit peripheren Techniken der Craniosacralen Osteopathie, Craniosacral-Therapie. Langsam begann Frau D. zu entspannen und Tränen traten in ihre Augen. Das Baby wurde während der Behandlung vom Vater gehalten, der ebenfalls heisse Hände bekam. Immer mehr entspannten sich Mutter und Kind und Baby Laura fing an sich an zu räkeln und nahm mit kleinen Lauten Kontakt zu den Eltern auf.
Ich behandelte ganz langsam Frau D., damit sie ein besseres Körpergefühl bekam. Sie fühlte wie Wärme in ihren Körper kam und Tränen füllten ihre Augen. Ich bestärke sie in dem Gefühl, dass mit dem Baby alles in bester Ordnung sei und es jetzt viel schläft, weil es sich vom Schock erholen muss.

Ein Baby darf und muss viel gestreichelt und liebkost werden:
Während meiner Behandlung zeige ich Frau D. wie sie ihre Angst ablegen darf, dass Baby zu berühren. Sie dachte, dass es dem Baby schaden würde, wenn sie es berührt. Ein Baby, was ständig schläft muss aktiviert werden, ansonsten bekommt es zu wenig Nahrung. Jede Woche sollte ein Baby ca. 200 g zunehmen.  In der 6. - 8. Woche sowie in der 12. Woche hat das Baby einen besonderen Wachstumsschub und wird vermehrt schreien, damit es mehr Nahrung erhält. Frau D. wagt sich jetzt nach meiner Anleitung, ihr Baby zu berühren und zu streicheln. Beide Eltern haben es geniessen können, wie ihre kleine Tochter ganz entspannt vor ihnen lag. Ein erster Anfang ist gemacht und Vertrauen aufgebaut.
Hinweis: Sarah J. Buckley The Hidden Risks of Epidurals
Mothering, Nr. 133, November/Dezember 2005
Übersetzung und Glossar: Dr. Ulrike Walter-Lipow

aus: Stillzeit. Die Fachzeitschrift der AFS. 2/2006, S. 23-30

Schlussfolgerung
PDAs haben einen möglichen Nutzen, aber auch erhebliche Risiken für die Gebärende und ihr Baby. Diese Risiken sind in der medizinischen Fachliteratur gut belegt, werden der Gebärenden aber unter Umständen nicht mitgeteilt. Frauen, die keine PDA nutzen möchten, ist zu raten, sich Betreuer und Betreuungsmodelle zu suchen, die die Prinzipien und Praxis einer natürlichen und ungestörten Geburt fördern, unterstützen und verstehen.
http://www.craniotherapie.ch