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Montag, 29. Oktober 2012

Cranio-Kinder, Dysglossie, Hirnnervenblockade, Sprachblockade

Tim kam mit seiner Mutter im Alter von 2 Jahren in die Praxis für Craniosacrale Therapie von Frau Huggel und konnte noch nicht laufen und kaum stehen, nicht abhocken und nicht sprechen. Da die Familie aus Deutschland kam, verwies Frau Huggel sie zu einem anderen Osteopathen. Nach einem Jahr sah die Therapeutin Tim mit seiner Mutter auf einem Fest. Er sprach immer noch nicht und lief wie ein hackendes Uhrwerk - einfach nicht rund. Er war jetzt 3 Jahre.
Therapiebeginn: Frau Huggel erklärte sich bereit, Tim nochmals zu behandelt, jedoch nicht nur zweimal zur Abklärung sondern mit einer Vereinbarung, dass wir eine Serie von 6-9 Sitzungen mit ihm durchführen. Bei der Untersuchung stellte Frau Huggel fest, dass sein Kreuzbein-/Darmbein-Gelenk immer noch geschlossen war. Er konnte nach Aussagen der Mutter die Treppen nicht rechts/links steigen, nicht im Schneidersitz oder in der Hocker sitzen. Seine Sprache war auf wenige Laute reduziert.
Frau Huggel behandelte Tim als erstes am Kreuzbein. Sie spürte einen Block und eingeschlossene Hüften.
Nach und nach taute Tim auf. Seine Mutter und Frau Huggel vesuchten spielerisch mit Tim zu arbeiten. Mama las ihm etwas vor und Frau Huggel behandelte. Der kleine Tim sass mit gestreckten Beinen auf dem Tisch. Am Anfang wollten die Knochen sich nicht bewegen und er jammerte etwas.
zweite Sitzung:  Tim  wird immer zutraulicher. Frau Huggel musste seiner Mutter lernen, dass sie nichts von Tim verlangt, kein Zwängen und kein Verbessern und keinen Druck.
vier Sitzungen: die Mama macht gut mit. Sie musste sich in Geduld üben, denn Tim wiederholte alles mindestens 3-4 mal, bevor er zum nächsten Schritt überging.
Nach 6 Sitzungen: Frau Huggel und die Mama können sagen, es hat sich gelohnt. Tim steigt jetzt gut die Treppe abwechselnd rechts/links nach oben und nach unten. Er kann im Schneidersitz sitzen und langsam fängt er an zu schwatzen und er singt und brümmelt beim Büchli anschauen. Er lacht herzzerreissend und hat Frau Huggel in der 6. Sitzung einen dicken Kuss auf die Wange gegeben. Frau Huggel ist sehr glücklich. Jetzt kann auch die Sprachtherapeutin besser arbeiten, denn Tim ist nicht mehr so verkrampft und kann die kleinen Aufgaben locker annehmen, was vorher unmöglich war.  Bei Tim wurden auch Techniken der Craniosacralen Osteopathie im Mund angewendet, um die Schlundbogennerven und die angrenzenden Strukturen um das Os hyoid zu mobilisieren.
Den Nuggi im Mund und das Nuschi haben Frau Huggel und Mama ihm sehr schnell abgewöhnen können. Er braucht ihn nur noch nachts.

April 2013: Tim hat eine kleine OP an den Polypen, weil er immer hustet und über vereiterte Ohrenentzündungen klagt. Dafür erhält er fast jedes Jahr Antibiotikum, was nur kurze Zeit Hilfe bringt.

Juni 2013:
Wir legen nach 12 Sitzungen eine Pause ein. Tim läuft schon lange, steigt Treppen, lacht und hüpft. Seine Atembeschwerden haben eine Besserung erfahren. Er ist ein fröhliches Kind. In der Zwischenzeit spielt er mit seinem kleinen Bruder Mirco. Wir haben die Abstände auf alle 3 Wochen festgelegt. Tim hat in dieser Zeit sehr gut sprechen gelernt. Er spricht jedes Wort aus seinen Kinder-Büchern gut nach und benennt jede Person im Foto-Buch mit Namen. Er erzählt kleine Geschichten - am Anfang noch ganz schnell und ohne Atem zu holen. Seine Mama muss Geduld lernen und langsam mit ihm sprechen, denn schnelles unruhiges Sprechen ohne direkten Kontakt machen Tim verrückt.
Nachdem der kleine Bub gelernt hatte, seinen eigenen Namen verständlich zu sprechen, drückt er mir einen dicken saftigen Kuss auf die Stirn. Das tat gut, zu sehen, wie dankbar Tim ist. Er macht im Kindergarten richtig mit und wird jetzt lernen, praktische Dinge selber schneller auszuführen. Dafür wird er eine Ergotherapeutin aufsuchen. Seine Sprachtherapeutin hat eine Pause eingelegt und sich gefreut, dass Tim so schnelle Fortschritte gemacht hat, da fast keiner mehr daran geglaubt hat, dass Tim je richtig sprechen wird.

Zielstellung:
Im Oktober 2013 wird Tim 4 Jahre.  Wir wollen erreichen, dass er den Satzbau lernt. Das Wörtchen "ich" ist noch nicht aufgetaucht.

Januar 2014:
Tim wendet das Wörtchen "ich" an. Zwischendurch ist er immer mal gefallen. Alle Stürze werden behandelt.

Juni 2014:
Therapiepause:  Tim spricht komplette Sätze, seine Sprache wird immer deutlicher; nach einer Abklärung sind alle sehr zufrieden, denn Tim wird in keine Sonderschule besuchen müssen

September 2014:
Tim ist mit seiner Mama und seinem Bruder zur Kur an der Ostsee

Januar bis Mai 2016:
1 Sitzung pro Monat
Tim spricht jetzt sehr gut, er soll ab Sept. 2016 eingeschult werden. Er ist sehr gewachsen. In Begleitung seiner Mutter geht er zum Test für die Einschulung. Tim hört viele CD, damit er seinen Wortschatz erweitern kann und das Verständnis für die gehörte Sprache adäquat umsetzen lernt. Das 1. Schuljahr wird in einer kleineren Klasse gut bewältigt werden. Eltern und Lehrer stellen sich auf die Situation ein.
Tim ist sehr lebendig und kommt gerne in die Praxis. Er liegt still auf dem Tisch und schaut ruhig seine Bücher an. Seine Konzentrationsvermögen hat sich erheblich erhöht. Ab und zu ist er etwas sprunghaft. Während der Sitzung kommt er zur Ruhe und spürt, dass es ihm gut tut.
Auch seine Mama hat gelernt loszulassen. Während der Sitzung liegt sie bequem am Boden auf einer Decke und macht eine Ruhepause oder sie liest relaxt ein Buch.

2017: Tim hat das 1. Schuljahr gut in einer normalen Schule geschafft. Er geht gerne in die Schule aber am liebsten geht er auf den Bauernhof zu seinem "Opa Mais". Das war das 1. Wort, dass Tim in der Praxis bei Frau Huggel mit 3. Jahren gesprochen hat.
http://www.craniotherapie.ch,
www.craniosacraltherapie.blogspot.ch