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Samstag, 19. März 2016

Baby-Cranio, Saugglocke, 5 Wochen


Frau B. betrat mit ihrem kleinen Bub die Praxis von Frau Huggel. Franz wog 3460 g und war 51 cm gross. Sein Start ins Leben war nicht leicht. Der kleine Bub wurde mit Vakuumextraktion geboren. Der ständige Hebammenwechsel störte die Mutter sehr. Während der Geburt stellte sich heraus, dass Franz die Nabelschnur um die Füsse gewickelt hatte. So zog man oben mit der Vakuumpumpe/Saugglocke und unten war das Kind festgebunden. Franz musste Qualen ausgehalten haben, bis sein Leiden nach 55 Stunden zu einem guten Ende kam. Nach der Geburt hatte es dem Kleinen die Stimme verschlagen. Es musste abgesaugt werden. Schon während der Schwangerschaft klagte die Mutter über ständigen Schluckauf beim Kind und schlaflose Nächte. Frau Huggel sieht sich das kleine Büblein an und regt mit sanften peripheren Techniken der CSO nach Sutherland den Durchfluss an. Frau B. sitzt völlig erschöpft im Praxisstuhl und verkrampft bei jeder Bewegung. Grosses Anliegen ist der Therapeutin, der Mutter mehr Ruhe zu verschaffen, damit sie wieder zu Kräften kommt. Franz schläft in der Zwischenzeit nur 3 Stunden. Er wird am Kreuzbein, Nieren und Zwerchfell behandelt. Frau Huggel leitet die Mutter an, wie sie das Köpfchen gut und sicher beim Stillen halten kann, damit auch Franz sich entspannen und ruhiger trinken darf. Die Mutter benötigt Kraft und Ruhe. Ressourcen:
1. Frau Huggel schlägt den Eltern vor, dass die Mutter eine gute Hühnersuppe mit viel Gemüse und Reis bekommt.
2. Das Baby wird am Kreuzbein und Schädel gehalten und die Mutter sieht, wie es ruhig trinkt.
3. Die Eltern pucken das Baby in seitlicher Lage und tragen es am Tag im Säckli.
Nach dieser Behandlung wird übermittelt, dass das Kind am nächsten Tag mehr geschlafen hat. Für die Verletzung am Schädel legen legen die Eltern Kompressen/Salbe mit Arnica auf. Bei der nächsten Sitzung wird bestätigt, dass die Rötung langsam verschwunden ist.
4. Die Eltern erhalten Instruktionen für die Ernährung. Frau B. hat Chelidonium D 4 (Schöllkraut) von ihrer Kinderärztin erhalten, welches sie nach Zögern zur Unterstützung des Eiweissstoffwechsels bei Entzündungen der Gallenwege gibt. Die Therapeutin bleibt mit Familie B. per Mail in Verbindung und unterstützt die Eltern psychologisch, indem sie über die Tag- und Nachtrhythmen spricht. Das Dauerschreien lässt langsam nach. Franz wiegt 5750 g und sieht gesund aus. In der letzten Sitzung können wir uns richtig mit dem kleinen Bub unterhalten. Frau B. sieht zum ersten Mal, wie der Kleine lacht. Er brabbelt und es wird richtig still im Raum. Die Muttermilch ist dank der gesunden Hühnersuppe und der Erhöhung der Trinkmenge/Stilltee nicht versiegt.
Am 29.03. erhalten ich ein Mail: "Endlich hat Franz in der Nacht viel geschlafen. Das war sehr erholsam. Ich hoffe, es kommen mehr solche Tage." Familie B. führt jetzt ein kleines Schlafprotokoll. Vater und Mutter lösen sich ab, damit Frau B. zu Kräften kommt und richtig ausschlafen kann.
Am 17.04.  berichtet Frau B. per Mail: "Wir gewöhnen uns langsam an das Familienleben, Franz geht es wirklich besser. D. h. die Nächte sind sehr viel besser. Die Tage dürfen noch besser werden". Franz ist jetzt 9 Wochen alt. Es ist zu erwarten, dass sein Tag- und Nachtrhythmus sich jetzt langsam einstellen wird. Er wird sein Schädeltrauma überwinden und in seine Mitte finden, denn beide Eltern tun alles dazu.
http://www.craniotherapie.ch

Montag, 7. März 2016

Cranio-Baby, Saugglocke, Schreibaby

Die Saugglocke wurde 1954 von Malmström entwickelt. Je nach Lage des Kopfes wird die Saugglocke angesetzt. Sie kann auf dem Os parietale (Scheitelbein) oder dem Os occipitale (Hinterhaupt) aufgesetzt werde oder auch beide Knochen berühren. Mit Hilfe einer im oder neben dem Schlauchsystem laufenden Kette wird immer in Richtung des Geburtskanals wehensynchron an dem Kind gezogen. Die Saugwirkung führt zur Bildung einer Kopfgeschwulst (kreisförmiges Hämatom). Dieses weiche Oedem unter dem weichen Kopfhautgewebe sollte sich im Verlauf einiger Tage auflösen. Es ist also eine recht heftige Art, auf die Welt zu kommen. Muss das Kind in der Drehung unterstützt werden, muss das Vakuum mehrmals angesetzt werden.
- Durch die länger andauernde Geburt entstehen meist schon Kompressionen/Läsionen vor dem Einsatz des Vakuums.
- Betroffen sind die Membaranen Falx und Tentorium (Gross- und Kleinhirnsichel).
- Das Os temporale (Schläfenbein) kann sich nicht öffnen, wenn das Tentorium nach oben gezogen ist.
- Bei Verletzung im Bereich des Sinus sagitalis (Gehirnblutleiter) ist die Durchblutung gefährdet (Abfluss-Störung des Liquors).
- Entwicklungsverzögerungen sowie Verformungen im Kopfbereich können auftreten.
- Tendenz zum Schiefhals (bevorzugte Lage nach rechts oder links).
- Die grosse Festigkeit des Zwerchfells mit stark eingeschränkter Atembewegung können die Folge sein.
- Je nach Dauer und Stärke des Zuges sind die gesamten Körperfazien nach oben gezogen, gezerrt oder verdreht.
- Der craniosacrale Rhythmus (CSR) kommt nicht in Gang. Die Bewegung wird unrhythmisch. Das Baby ist aus seinem Zentrum gezogen worden - nach oben gestreckt, etwas starr mit verkrampften Fäusten. Becken und Beine wirken nicht angeschlossen, sind eher unter hoher Spannung.

Besonderheiten der Kinder:
- Oft Schreibabys (nicht ganz bei sich, ausser sich/grosse Unruhe)
- Die Wirkung der Craniosacralen Osteopathie/Therapie besteht darin, dass das Baby in seine Mitte findet und loslassen kann. Dieser Prozess benötigt Geduld und Aufmerksamkeit.

Behandlungsansätze:
- Dem Baby zeigen wo sein Zentrum ist in einem Arbeitsansatz von aussen nach innen.
- Sanfte Membranarbeit, sanftes Halten in der Mitte, um das Zwerchfell zu lösen und das Lig. longitudinale anterius und posterius. Das Baby wird bei dieser Behandlung ruhiger und hält inne mit dem Schreien.
- Strukturelle Arbeit so bald als möglich von unten nach oben, um die Flüssigkeiten in der Mitte in der Längsfluktuation zu unterstützen.
- Eine Begleitung des Kindes sollte in regelmässigen und später in grossen Abständen erfolgen.
http://www.craniotherapie.ch

Aufklärungsarbeit:
Ich gebe den Eltern Instruktionen, wie sie ihr Baby halten dürfen, damit es Linderung und Ruhe finden kann. Sie erhalten Instruktionen, warum das Baby schreit.